Oche Alaaf:Die Karnevalssession 2018/2019 ist gestartet

Vür wecke Öcher Jecke : Aachener Narren starten in die fünfte Jahreszeit

In der Region sind wieder die Jecken los

Die Karnevalssession 2018/2019 hat begonnen. Der Festausschuss Aachener Karneval (AAK) und der Stammtisch der Präsidenten und Kommandanten haben am Sonntag gemeinsam mit den designierten Tollitäten der Stadt sowie zahlreichen Jecken geschunkelt, gesungen und gefeiert.

Wenn die Fünfte Jahreszeit beginnt, geht es auch für den designierten Aachener Narrenherrscher endlich los. Zum Start in den Karneval trat Tom I. (Müller) am Sonntag bei der Open-Air-Veranstaltung „Vür wecke Öcher Jecke“ am dicht bevölkerten Holzgraben zum ersten Mal mit seinen Liedern vor großem Publikum auf.

Um 10 Uhr hatte das Warm-Up-Programm mit den Rumtreibern und Hubert Aretz begonnen. So hatten sich die Narren bereits warm geschunkelt, als pünktlich um 11.11 Uhr der designierte Stadtprinz, sein Gefolge sowie Märchenprinz Paul IV. (Knauf) die Vertreter des AAK, die Fahnenabordnungen der Vereine vom traditionellen Besuch im Rathaus kommend am Holzgraben aufmarschierten. Bestens aufgelegt präsentierte Müller mit seinem Hofstaat sein Mottolied „Europa alaaf“, das rockige „Wo sind die Hände?“ und „Et läuft“ – quasi das Motto des Vormittags.

Kein Wunder also, dass sich AAK-Präsident Frank Prömpeler auf die Session, die unter dem Motto „Aneäjebonge, Hazz gefonge" steht, freut. Auch auf dem Holzgraben begeisterte die gleichnamige Mottohymne des AAK, die von den Öcher Stadtmusikanten kommt. Die Sänger um Mätti Götemann feiern in dieser Session ihr 1x11-jähriges Bestehen. Und alle Jecken sollen Botschafter für das Brauchtum sein, wie Götemann betonte. Kurt Christ hatte anschließend leichtes Spiel, die Stimmung hochzuhalten unter anderem mit seinem neuen Lied „Konfetti“, Nachfolger seines Hits „Konfetti überall“.

Auch wenn das Wetter am Sonntag vielleicht nicht ganz mitgespielt hat, tat das bisschen Regen der Stimmung der Fastelovvendsjecken keinen Abbruch. „Das Wetter ist ja kein Wunschkonzert, wir sind in jedem Fall gut drauf“, betonte der designierte Prinz Tom Müller, der sich nach seinem Auftritt noch mit den Stadtteilprinzen aus Verlautenheide, Richterich und Brand unters Volk mischte. Proklamiert wird er am Samstag, 5. Januar. Anschließend regiert er das jecke Aachen unter dem Motto „Als Öcher Europäer fier ich jeär övverall, mär nüüß es för mich schöner, wie Öcher Karneval!“. Dafür nahm er sogar Gesangsunterricht und probt seit Monaten fleißig mit seinem Hofstaat die Tanzschritte.

Seit der Bekanntgabe sind die Männer schon überall in Aachen unterwegs, haben sich bei vielen Veranstaltungen den Bürgern präsentiert. „Wir sind auf rund 50 Sommerfesten mit den Vereinen ins Gespräch gekommen und haben dabei nur Positives erlebt. Es sind vielfach ältere Menschen, die sich in das Brauchtum einbringen. Aber wir haben auch viele junge Leute getroffen“, erzählt Müller über die aktuelle Situation des karnevalistischen Brauchtums.

Der designierte Stadtprinz Tom I. (Müller) ist froh, dass die Session endlich losgeht. Foto: dmp press/Ralf Roeger

Für die insgesamt rund 350 Auftritte im närrischen Fahrplan bringt der designierte Prinz reichlich Erfahrungen aus seiner Zeit als Rittmeister im Hofstaat von Prinz Thomas I. (Ebert) vor neun Jahren mit. „Unsere Euphorie ist grenzenlos. Bei meinen Jungs ist Erleichterung spürbar, dass es nun so richtig los geht. Keiner von ihnen war zuvor ein großer Tänzer und sie haben das mit Jürgen Eschweiler so toll einstudiert“, freute sich Müller, der keine Spur von Nervosität zeigt, jetzt wo er endlich durchstarten kann.

Bis in den Nachmittag hinein sorgten auch Hans Montag, Tästbild, die Nightwiever, die Öcher Stallburschen, die Oecher Troubadoure, die Spetzbouve, et Ruestäzzje, die Glittergirls und Schnütze Will sowie die Stadtteilprinzen für Stimmung und heizten den Jecken – mit insgesamt einer Stunde Verspätung im Programm – bis gegen 16 Uhr ein.