Aachen: Obi kann öffnen, aber Strafe gegen Investor

Aachen: Obi kann öffnen, aber Strafe gegen Investor

Alles in Obi, mag man mit dem bekannten Werbeslogan des Unternehmens sagen, wenn es um den großen neuen Baumarkt an der Debyestraße geht. Er kann nun doch noch - wenn auch mit leichter Verspätung - öffnen.

Danach hatte es zuletzt nicht ausgesehen, als die Stadt einen Teilbaustopp für das Millionenprojekt aussprach. Die Bauarbeiten gingen trotzdem weiter. Und auch die Gespräche der Stadt mit dem Bauherrn, der Schoofs-Gruppe aus Kevelaer. Obi selbst war einst mit dem Projekt gestartet, hatte es aber an einen Investor weitergegeben. Die Baumarktkette wird Mieter in dem Gebäude sein. Unter dem Strich steht nach AZ-Informationen nun, dass Schoofs wegen Verstößen gegen die genehmigte Planung und den eigens aufgestellten Bebauungsplan tief in die Tasche greifen muss.

Zur Erinnerung: Im Bebauungsplan steht, dass der große Parkplatz vor dem Gebäude wasserdurchlässig gebaut werden muss. So wurde es in den Bauanträgen beachtet, dann aber nicht eingehalten. Der Parkplatz ist schlicht asphaltiert worden. Zudem sollte das Dach des Gebäudes großflächig begrünt werden. Dafür reicht die Statik nun aber zumindest teilweise nicht aus, die Rasenfläche auf dem Dach wird deutlich kleiner. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Stadt wegen dieser Verstöße ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Der Bauherr soll eine sechsstellige Summe im unteren Bereich als Strafe zahlen. Zudem wurde ihm auferlegt, 200 neue Bäume zu pflanzen und sie drei Jahre lang zu pflegen. Diese Bäume sollen ins Brander Naturschutzgebiet Indetal.

Der Parkplatz braucht nun aber nicht mehr aufgerissen und neu gemacht zu werden. Es hat sich offenbar zwischenzeitlich herausgestellt, dass die Erdschichten darunter ohnehin zum Teil aus Lehm bestehen und nicht wasserdurchlässig sind. Außerdem ist eine unterirdische Regenrückhaltung gebaut worden.

Damit steht der baldigen Eröffnung nichts mehr im Wege. Bereits kommenden Donnerstag gibt es eine Feier mit geladenen Gästen. Planungspolitiker und -dezernentin werden allerdings nicht anwesend sein können. Denn zu dieser Stunde tagt der Planungsausschuss. Dort soll es seitens der Verwaltung - welch Zufall - noch einmal einen Bericht über den Stand der Dinge geben. Eine offizielle Stellungnahme zum gesamten Sachverhalt wollte die Stadt am Donnerstag auf Nachfrage nicht mehr geben.

Mehr von Aachener Zeitung