Aachen: Nur noch abgespeckte Version: Start der Kinder- und Jugendbuchwochen

Aachen: Nur noch abgespeckte Version: Start der Kinder- und Jugendbuchwochen

Die Enttäuschung stand beiden ins Gesicht geschrieben. Alexandra Lünskens und Tina Terschmitten vom Kinder- und Literaturhaus Aachen haben in den vergangenen Jahren viel Herzblut, Freizeit und Geld in die Kinder- und Jugendbuchwochen investiert. Nun steht ihnen die Barockfabrik für derartige Kulturveranstaltungen nicht mehr zur Verfügung.

Diese Entscheidung hat den beiden den Boden unter den Füßen weggezogen. So mussten sie im Vorfeld der 24. Auflage der Veranstaltungsreihe das Programm stark zusammenstreichen, statt der üblichen 2300 gibt es in diesem Jahr nur 1250 Plätze und die Ausstellung, die immer parallel zur Vorlesereihe in der Stadtbibliothek stattfand, fällt ganz aus. Immerhin konnten die beiden Damen den Verein Akut und das Theater 99 als Partner gewinnen, so dass wenigstens die Theateraufführungen gewährleistet werden können. „Aber wir hatten mit der Barockfabrik in der Vergangenheit eine Heimstätte, die Kooperation mit dem städtischen Zentrum für Kinder- und Jugendkultur lief ausgezeichnet“, blickten beide verständnislos zurück.

Für beide stellt sich die Grundsatzfrage, wie kulturelle Förderung und Bildung für Kinder in Aachen in Zukunft aussehen soll. Sie sehen da im Moment etwas schwarz und beklagen, dass dieser Bereich in anderen Städten und Gemeinden eine ganz andere Förderung erfahre. Andere Gemeinden hätten auch schon ihr Interesse für diese Art der Kulturübermittlung bekundet. Lünskens und Terschmitten werden gespannt abwarten, wie sich die Situation in Aachen entwickelt, Ortswechsel nicht ausgeschlossen.

Doch zunächst stehen die aktuellen Termine an, und da liegt der Fokus wieder klar auf den Kindern. Verschiedene Autoren werden aus ihren Werken vorlesen, den Auftakt machte jetzt Jens Sparschuh mit seinem Buch: „Der alte Mann und das Meerschweinchen“. Drei Klassen der KGS Hanbruch waren in der Stadtbibliothek zu Gast und konnten sich ein Bild vom Entstehen eines Buches und vom Autor selber machen. Bis zum 30. November stehen neben weiteren Vor-Lesungen auch noch zwei Theaterstücke auf dem Programm, wobei das Stück „rememberRING“ vom Theater La Senty Menti heraussticht, beschäftigt es sich doch mit der Geschichte einer jüdischen Familie aus Sicht der Enkelin.

Diese Enkelin ist im wahren Leben Liora Hilb, die ihre eigene Geschichte als Schauspielerin und Theatermacherin auf die Bühne des Theater 99 bringt. Tomte Tummetott hingegen ist eine Erzählung, die vom Puppentheater Rosenfisch nach einem Kinderbuch von Astrid Lindgren vorgestellt wird und als eine wunderbare Weihnachtsgeschichte für Kinder ab vier Jahren daherkommt.

Die meisten Veranstaltungen sind bereits ausverkauft, für einige wenige gibt es noch Karten, eben auch für remeberRING. „ Für eine Klasse ist in der Schüleraufführung noch Platz, bei der zweiten Vorstellung für Jedermann (ab zwölf Jahre) sind auch noch Plätze frei“, rührte Terschmitten die Werbetrommel.