Aachen: Norbert Röttgen will der CDU-Spitze Beine machen

Aachen: Norbert Röttgen will der CDU-Spitze Beine machen

Schnell ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum schaffen, Politik für die „Mitte unserer Gesellschaft” machen und den Zusammenhalt stärken - Bundestagskandidat Rudolf Henke sprach kurz „die drei Kernaussagen” des CDU-Wahlprogramms an.

Dann überließ der Initiator und Gastgeber einer neuen Reihe von „Zukunftsforen” mit dem Titel „Vorausgedacht” das Rednerpult im Haus Matthey dem Mann, der die Parteiziele mitformuliert hat: Dr. Norbert Röttgen, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Nach einer erfolgreichen Wahl könnte der 44-Jährige, vermuten Insider, zum Kanzleramts-Chef oder Minister aufsteigen. Eine Art Bewerbung hat er Anfang des Jahres veröffentlicht. „Deutschlands beste Jahre kommen noch” heißt das Buch.

Was in diesen Wahlkampftagen wie ein Plakatslogan klingt, bezeichnet Röttgen als „einen provokanten Titel”. Weil „in der Jahrhundert-Krise” kaum jemand daran glaube. Selbst er selbst zeigt sich besorgt. So gerät der Vortrag zwischen den Zeilen zu einem spannenden Einblick in seine Parteispitze, der er erkennbar Beine machen will.

„Das Fenster der Gelegenheit, für eine neue Finanzmarktordnung zu sorgen, schließt sich schon langsam wieder”, warnt Röttgen mit Verweis auf das „extrem alarmierende” Bankengebaren in den USA und England. Da eine erneute Krise „keine reine Finanzkrise mehr sein wird, sondern eine Demokratie- und Staatskrise”, sei Handeln zwingend nötig - und zwar jetzt und hier. Genauer: in „Kontinental-Europa”, denn national lasse sich der Markt nicht ordnen.

Ein Alternativmodell zu den freien angelsächsischen Märkten und zum „staatsautoritären Kapitalismus Chinas und Russlands” schwebt Röttgen vor. Deutschland und damit die CDU müssten treibende Kraft der „Globalisierung der sozialen Marktwirtschaft” sein.

Mit ihren Haltungen gebe seine Partei einem Wort Bedeutung, das sie in der Vergangenheit zu undefiniert „plakatiert” habe, sagt Röttgen. Er meint: die „Mitte”. Dort sei heute „nur die CDU” verortet. Und das werde sich bei den anstehenden Wahlen auszahlen.

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