Aachen: Neumarkt: Umbau findet viel Zustimmung

Aachen: Neumarkt: Umbau findet viel Zustimmung

Der Neumarkt ist das Herzstück des Frankenberger Viertels. Deshalb war allen Beteiligten von Beginn an klar, dass es einer intensiven Bürgerbeteiligung bedarf, sollte dieser Platz einmal umgestaltet werden müssen.

Seit 2013 haben sich die entsprechenden Planungen konkretisiert, nicht zuletzt wegen der in die Jahre gekommenen Infrastruktur der Fläche und immer maroder werdender Spielgeräte. „Wenn wir nichts machen, lautet die Alternative: Abbau des Klettergerüstes“, beschrieb Elfi Buchkremer vom Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen die Situation.

Das wäre beinahe vor ein paar Wochen aufgrund einer Kommunikationspanne mit einer Firma geschehen und konnte erst in letzter Sekunde verhindert werden. Die Stadt hatte jetzt zu einer Bürgerinformation eingeladen.

Baumbestand soll bleiben

Die Notwendigkeit zu handeln wurde nun zu einer sanften Neugestaltung des Neumarktes genutzt. Die Anwohner wurden in einer ersten Bürgerbeteiligung im Herbst 2015 informiert und die zahlreichen Verbesserungsvorschläge in die weiteren Planungen eingearbeitet.

Dabei musste man sich auf Seiten von Politik und Verwaltung nach vielen Rahmenbedingungen richten: Der Baumbestand rund um den Platz sollte erhalten bleiben, die vorhandenen Spielflächen sollten ertüchtigt und sicherer gemacht werden, die zahlreichen Sitzgelegenheiten erhalten und den Ansprüchen des samstäglichen Wochenmarktes musste Genüge geleistet werden. Bei einer derartigen Gemengelage liegt es auf der Hand, dass nicht jeder Anwohner vorbehaltlos zustimmt.

Allerdings zeigten sich viele der zahlreichen Bürger, die bei der aktuellen Bürgerbeteiligung in die Burg Frankenberg gekommen waren, sehr zufrieden mit der Art und Weise des städtischen Vorgehens, waren teilweise voll des Lobes, hielten aber auch nicht mit der immer noch vorhandenen Kritik an einzelnen Punkten hinter dem Berg.

Buchkremer schaffte es in unaufgeregter Art und Weise, die nun vorliegenden überarbeiteten Pläne vorzustellen. Die Anordnung der vorhandenen Bereiche bleibt weitgehend bestehen, die Grundflächen von Sandkasten und Spielplatz mit Klettergerät und Schaukel werden durch eine Verkleinerung der Rollschuhbahn vergrößert. Die Sitzecke mit Pergola wird neu bepflanzt, da in den vorhandenen Gewächsen bereits einige Ratten ihre Nester angelegt haben. Dieser Bereich soll Ruhe suchenden Anwohnern die Möglichkeit zum Verweilen oder Lesen geben.

Baubeginn schon im Frühjahr?

Die Spiel- und Kletterbereiche werden mit Steinplatten eingefasst, um den städtischen Reinigungskräften bessere Säuberungsmöglichkeiten zu geben. Die Rollschuhbahn erhält eine neue Asphalt- oder Betonbeschichtung und der Boden unter dem Klettergerüst wird mit einer Verletzungen verhindernden Kunststoffschicht ausgelegt. Insgesamt mehr als laufende 60 Meter Sitzgelegenheiten sollen dafür sorgen, dass der Neumarkt nach den Umbauarbeiten, die insgesamt nicht länger als zwei Monate dauern sollen, der Treffpunkt für Jung und Alt bleibt, welcher er seit Jahrzehnten war.

Insgesamt sind 230.000 Euro im städtischen Haushalt für diese Maßnahme berücksichtigt, und wenn die entsprechenden Beschlussfassungen und Genehmigungen zügig vorliegen, kann im Frühjahr mit den Arbeiten begonnen werden, damit diese noch vor den Sommerferien abgeschlossen sind.

Einige der Anwesenden hätten lieber den Platz in seinem momentanen Zustand gelassen, schließlich habe er so seit vielen Jahren funktioniert. Andere fürchten um den Verlust des Charmes des Neumarktes. Dem hielten die meisten entgegen: „Es ist nicht der Platz, der den Charme ausmacht, es sind vielmehr die Menschen!“ Die Frankenb(u)erger sind bereit, diese Chance zu nutzen.