Aachen: Neugestaltung des Generalvikariats: Aachener Büro gewinnt Wettbewerb

Aachen: Neugestaltung des Generalvikariats: Aachener Büro gewinnt Wettbewerb

Umbau: Das Aachener Generalvikariat wird saniert

Mehr mittendrin geht nicht. Wer nur einen Steinwurf entfernt vom ersten deutschen Weltkulturerbe bauen will, der hat wahrlich keine leichte Aufgabe vor der Brust. Moderne Protzbauten oder auffälliger Schnickschnack scheiden da naturgemäß aus.

Mit dieser Grundvoraussetzung hatte es denn auch eine ganze Reihe renommierter Architekten aus nah und fern zu tun. Die Aufgabe: Sanierung des Bischöflichen Generalvikariats. Das steht eben fast in direkter Nachbarschaft zu Dom und Rathaus — und versprüht in seinem jetzigen Zustand in vielerlei Hinsicht den „Charme“ der 1950er Jahre. Das gilt nicht nur für sein Aussehen, sondern insbesondere auch für den Brandschutz und den Energiebedarf. Zeit also, Hand anzulegen.

Das Großprojekt — Gesamtinvestitionssumme: 13,4 Millionen Euro — steht nun in den Startlöchern. Das Gebäude mit seinen rund 5000 Quadratmetern „Bruttogeschossfläche“ zwischen Rennbahn, Johannes-Paul-II.-Straße und Klosterplatz wird, wenn 2017 alles fertig ist, einen neuen Charakter, ein neues Gesicht und neue Funktionalität haben. Für das Wie zeichnen die Experten von „kadawittfeldarchitektur“ verantwortlich.

Das Aachener Büro hat den vom Bistum ausgelobten Architektenwettbewerb gegen eine Reihe namhafter Kollegen gewonnen. Am Donnerstag wurde der Entwurf vorgestellt, den Dr. Andreas Frick als neuer Generalvikar „großartig“ findet.

Gerhard Wittfeld, geschäftsführender Gesellschafter des Büros, erläuterte Details. So wird das Gebäudeensemble künftig von Kolonnaden umschlossen. Die Fassaden kommen dezent in gestrahltem Sandstein daher. Der sei regional verfügbar und füge sich bestens in die Gegebenheiten der Innenstadt ein, so Wittfeld. Zwei Höfe sollen zum Verweilen einladen und bilden laut Wittfeld eine „neue Adresse“ für das Generalvikariat.

Alles in allem soll die Neugestaltung angesichts der Lage des Gebäudes „maßvoll“ ausfallen. Das sei den Aachener Architekten bestens gelungen, erklärte Professor Horst Fischer, Vorsitzender der Wettbewerbsjury. Neben dem Aachener Planer und FH-Professor gehörten der Jury Professor Annette Hillebrandt von der Uni Wuppertal, Joachim Eich, beim Bistum verantwortlich unter anderem für Finanzen und für den Baubereich, Aachens langjährige Baudezernentin Gisela Nacken und Dombaumeister Helmut Maintz an.

Joachim Eich sagte, man habe sich Zeit gelassen mit der Planung. Aufbauend auf den Ergebnissen einer Arbeitsgruppe, die 2011 loslegte, seien die Planungen dann 2012 konkreter geworden. Es sei eine „spannende und nicht alltägliche Aufgabe“. Die Sanierung des Gebäudes, das 1959 bezogen wurde, sei indes dringend notwendig. Laut Wittfeld lässt sich alleine im energetischen Bereich nach der Dämmung eine Menge Geld sparen. Daneben wird es aber auch eine den heutigen Bedürfnissen des Generalvikariats entsprechende Neuanordnung der Büroräume geben.

Im Planungsprozess nahm man von einer Aufstockung Abstand. Auch ein Abriss und Neubau kamen letztlich nicht infrage. Das sei mit dem Budget auch nicht zu machen, so Gerhard Wittfeld. Und Eich fügt hinzu, dass man nach einem Abriss ohnehin an dieser innerstädtischen Stelle keinen ähnlich großen Baukörper genehmigt bekommen hätte.

Viele der Mitarbeiter des Generalvikariats müssen schon bald die Umzugskartons packen. Denn 170 von 250 Beschäftigten werden für die Dauer der Arbeiten einen Ausweicharbeitsplatz haben. Zu diesem Zweck wurde ein Gebäude in der Aureliusstraße angemietet. Weitere Ausweichquartiere sind in der Bendelstraße und in der Klappergasse. Die anderen Mitarbeiter sitzen in Gebäudeteilen, die vom Umbau nicht tangiert werden.