Aachen: Neues Polizeipräsidium soll ab 2012 in der Soers entstehen

Aachen: Neues Polizeipräsidium soll ab 2012 in der Soers entstehen

Im Jahr 2012 soll das Landeskabinett den Entwurf des neuen Aachener Polizeipräsidiums absegnen. Die Ausschreibungen dafür will man bereits im kommenden Jahr abwickeln. Dies hat das NRW-Innenministerium am Dienstag auf Anfrage der Aachener Zeitung bestätigt.

Damit ist die noch im Jahr 2008 beschlossene Generalsanierung des knapp 30 Jahre alten Gebäudekomplexes in der Soers - gelegen zwischen Sportpark und Justizvollzugsanstalt - endgültig vom Tisch. „Es gibt jetzt einen Konsens zwischen Polizeibehörde, Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW sowie Innenministerium, dass sich der Neubau lohnt”, erklärte Ministeriumssprecher Stefan Hausch am Dienstag. Der BLB hatte die Sanierungskosten zuletzt auf 22 Millionen Euro kalkuliert. Zum Vergleich: Das ist mehr als drei Mal so viel, wie der Generalumbau des achtgeschossigen Heizkraftwerks zum Seminar- und Vorlesungscenter neben dem Super C an der Wüllnerstraße kosten soll.

In den vergangenen zwei Jahren hätten BLB, Polizei und Innenministerium intensive Abstimmungsgespräche über den Umfang der nun letztlich verworfenen Sanierung geführt, teilte der BLB mit. BLB-Sprecher Bernd Klass erläuterte den Verlauf: „Parallel dazu hat der BLB NRW in Abstimmung mit der Polizei geplant, eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt, Probesanierungen veranlasst sowie Musterbüros herrichten lassen.” Damit ist nun Schluss. „Bis zum Neubau werden nur noch dringende Sanierungsarbeiten durchgeführt, damit der Betrieb des jetzigen Polizeipräsidiums weiterhin gewährleistet ist”, erklärte Hausch.

Entgegen früherer Überlegungen soll die Aachener Polizei auch in Zukunft nicht in einer Art „Megapolizeibehörde” in der Städteregion mit den Ordnungskräften in Heinsberg und Düren fusionieren, hieß es aus Düsseldorf. Anvisiert sei deswegen auch für den Neubau des Polizeipräsidiums ein Standort in Aachen, sagte Hausch. Eine Auslagerung „auf die grüne Wiese” stehe nicht mehr zur Debatte.

Baukosten völlig offen

BLB-Sprecher Klass wird noch etwas konkreter: „Der BLB NRW würde auch für einen potenziellen Neubau den Standort Hubert-Wienen-Straße favorisieren.” Man sei aber beim BLB in die Planungen noch nicht eingebunden, Raum- und Anforderungsprofil würden neben der Standortwahl vom NRW-Innenministerium erarbeitet und festgelegt. Wie viel der Neubau des Aachener Präsidiums im Jahr 2012 - 31 Jahre nach der Eröffnung des letzten, 36 Millionen Mark teuren Baus an gleicher Stelle mit 10000 Quadratmetern Nutzfläche für 500 Bedienstete - endgültig kosten würde, sei deshalb noch völlig offen, hieß es.

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