Aachen: Neues Kurhaus: Die CDU will sich nicht treiben lassen

Aachen : Neues Kurhaus: Die CDU will sich nicht treiben lassen

Die SPD drückt aufs Tempo. Der Oberbürgermeister auch. Dessen Parteifreunde von der CDU aber stehen beim Thema Neues Kurhaus auf der Bremse. Und finden das ebenso richtig wie wichtig.

Das gilt auch nach der jüngsten Fraktionssitzung am Montagabend. Wer für diesen Abend eine Entscheidung darüber erwartet hatte, wie die Christdemokraten die Zukunft des maroden Prachtbaus an der Monheims-allee gestaltet wissen möchten, der lag daneben. Denn an diesem Punkt ist die CDU offenkundig längst noch nicht.

Die größte Fraktion im Stadtrat sieht nämlich bei weitem noch nicht alle Fragen beantwortet, die für diese Entscheidung von großer — auch finanzieller Tragweite — wichtig wären. So sei bislang noch nicht mitgeteilt worden, ob mit den vormals präferierten Nutzern Spielcasino, „Explorado“ (Eventmuseum) und Kaffeehausgastronomie überhaupt schon einmal abschließende Gespräche geführt worden sind.

Im Herbst waren diese Planungen gestoppt worden, nachdem eine Kalkulation vorlag, bei der die Kosten auf rund 40 Millionen Euro explodierten.

Zudem will die CDU vom Gebäudemanagement jetzt noch einmal neue Zahlen. Dargelegt werden soll, wie hoch eigentlich die reinen Baukosten an dieser Summe sind — ohne jegliche Kosten für eine Nutzung. Hintergrund dessen ist, dass die CDU sich nach wie vor auch die zumindest teilweise Beteiligung von Privaten vorstellen kann. Zum Beispiel als Mieter für Büroräume im Obergeschoss.

Für die Privatisierung plädieren Grüne und Piraten. „Die reinen Investitionskosten sind nicht das eigentliche Problem, sondern die Folgekosten“, sagt CDU-Fraktionschef Harald Baal. Da wolle man wissen, wie hoch diese bei einer rein städtischen Nutzung — etwa mit dem Eurogress — wären oder ob man sie nicht doch verringern könnte.

Der Koalitionspartner SPD setzt voll auf die Euro-gress-Lösung und sieht sich durch eine Vorlage für den Betriebsausschuss bestätigt, der am Dienstag beriet. Darin legt das Eurogress seine Bewertung der Dinge dar. Für die CDU ist das hingegen nur ein Mosaikstein. Man bleibe bei dem Motto „gut geht vor schnell“. Es gebe ohnehin keinen Grund zur Eile — obwohl die CDU natürlich auch weiß, dass die Kosten aufgrund der Baupreissteigerungen weiter davongaloppieren.

Das Gebäudemanagement habe aber auch sieben Monate vom Baustopp bis zur Vorlage von Varianten benötigt. Man will sich seitens der CDU einfach in dieser Frage nicht treiben lassen — auch nicht vom Koalitionspartner SPD.

(stm)
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