Aachen: Neuer „Kulturbus” für die Jugend kann rollen

Aachen: Neuer „Kulturbus” für die Jugend kann rollen

Nach den Formalien ging es an die „Baustellen”: Irit Tirtey, kaufmännische Leiterin des Kulturbetriebes, erläuterte den Stand der Dinge zur Umgestaltung der Toreinfahrt des Suermondt-Ludwig-Museums.

Demnach stehe man vor einer erfolgreichen Vertragsverlängerung mit dem bisherigen Pächter der Bar Museo. Er sei bereit, diesen mitzutragen. Unter anderem sieht der Neuentwurf eine Verlegung der Theke vor, hier soll in Kombination mit einem Museumsshop auch ein neuer Einlassbereich entstehen. Der Umbau könnte im August beginnen, bereits im September soll die Neueröffnung stattfinden. „Wir haben im April weitere Termine mit dem Gebäudemanagement, in Sachen Kosten soll es keine wesentliche Änderung geben”, so Tirtey. Bisher waren diese mit 230.000 Euro veranschlagt worden.

Das neue Schulmusikprogramm „Jekiss” („Jedem Kind seine Stimme”), mit dem möglichst flächendeckender Gesangsunterricht an Grundschulen etabliert werden soll, lobten alle Fraktionen. Initiator Thomas Beaujean von der Musikschule berichtete, dass man sich bisher konkret mit der Grundschule Mataréstraße über eine Testphase ab dem Schuljahr 2010/2011 einig sei, bei vier weiteren Schulen laufen Verhandlungen. „Es gilt jetzt, Hemmschwellen zu überwinden”, betonte Beaujean. In Sachen Finanzierung ist die Musikschule mit dem Jugendförderungswerk der Sparkasse in Kontakt, um die benötigten 20.000 Euro aufzubringen.

20 Zielorte auf der Route

Ebenfalls ab dem kommendem Schuljahr soll der „Aachener Kulturbus” zu verschiedenen Institutionen der Kultur- und Geschichtslandschaft rollen. Das Angebot richtet sich an Schulen und Kitas, um Interesse für das kulturelle Angebot zu wecken. Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebes, auf die Frage nach der Einhaltung der geplanten Tarife: „65 Euro für einen Bus mit 49 Plätzen sind durchaus handhabbar”. Mit einem lokalen Busunternehmen als Partner sollen zunächst über 20 Zielorte angefahren werden.

Nachdem aus einigen Reihen Informationsbedarf in Sachen Weiterführung der Unterstützung für das Gründerzentrum Kulturwirtschaft angemeldet wurde, erklärte Tirtey, dass die geplante Leistungsvereinbarung nicht etwa eine erhöhte Bereitstellung von Mitteln mit sich brächte, vielmehr würde die Arbeit der Einrichtung an sich gefördert. Grünen-Ratsherr Hermann Josef Pilgram unterstrich: „Wir müssen sicherstellen, dass Aachen nicht nur für technologische, sondern auch für kreative Qualität steht”.

Bei den Beratungen zum Haushalt stellte sich schnell heraus: Hier besteht noch allerlei Diskussionsbedarf. Ganz oben auf der Interessensliste: die zweite Aachener Chorbiennale im kommenden Jahr. Nachdem bislang die Finanzierungsbasis nicht gegeben ist, mahnte vor allem SPD-Ratsfrau Sibylle Reuß dringenden Handlungsbedarf an. „Die Pläne sind noch nicht vorlagefähig”, so Irit Tirtey dazu, „wir bearbeiten verschiedene Vorschläge, auch mit der RWTH und dem Domkapitel gibt es bereits Ansätze zur Zusammenarbeit”.

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