Aachen: Neuer Krimi: Spur des Mörders nach Maria Laach

Aachen: Neuer Krimi: Spur des Mörders nach Maria Laach

Einöde, Tristesse und grenzenloses Nichts, das nur von vereinzelten Dörfern durchbrochen wird: Die Eifel hat mitunter — abgesehen von ihrer Landschaft — einen eher wenig reizvollen Ruf. Zumindest einigen Vorurteilen nach. Umso überraschender also, dass dieser Landstrich zahllose Autoren in ihren Bann zieht, die einen morbiden Charme und kriminologisches Potenzial in der Region entdecken.

Und dass die Geschichte so manches Eifel-Örtchens tatsächlich geeigneten Stoff für Krimis bietet, zeigt einmal mehr der Autor und Kabarettist Hubert vom Venn, der am kommenden Mittwoch auf dem Eifeltag der Frankfurter Buchmesse sein neuestes Werk vorstellt. Vorab jedoch gewährte der Schriftsteller in der Mayerschen Buchhandlung einen kleinen Einblick in „ Die Rosenzüchter von Maria Laach“. Bereits zum sechsten Mal schickt er darin seine Hauptfigur, den Journalisten Charly Nusselein, auf Verbrecherjagd: Und dieses Mal hat der Fall eine besondere Brisanz, die über die Grenzen der Eifel hinausgeht.

Denn nachdem bei Hirschrott eine verbrannte Leiche gefunden wird, verdichten sich schnell die Indizien, die zum Kloster Maria Laach führen und dort eine fast vergessene Geschichte ans Tageslicht bringen. Genau dort sollen sich Jahrzehnte zuvor zwei Männer, die aus politischen Gründen den Schutz der Klostermauern suchten, angefreundet haben. Beim gemeinsamen Züchten von Rosen lernten sich beide kennen: Der ältere Mann war — zumindest im Roman — einer der bedeutendsten deutschen Politiker nach dem zweiten Weltkrieg, der Jüngere ein kommunistischer Rebell.

Inwiefern diese Begegnung etwas mit dem späteren Todesfall zu tun hat, wird bald deutlich, als sich Nusselein auf die Suche nach dem Mörder macht und dabei tief in politische Sphären eintaucht, deren Existenz bis dahin kaum einer vermutet hätte.

Eifel-Kultur trifft Ikea-Kult

Mit seiner leicht süffisanten Erzählweise gespickt mit derbem Humor und ironischen Momenten lässt vom Venn seine Charaktere aufeinander treffen, kombiniert authentische Geschichtsereignisse mit eigenen Interpretationen und lässt schließlich Eifel-Kultur in ihrer reinsten Form auf den Ikea-Kult prasseln.

Was jedoch dieser kurzweilige Ausflug ins Möbelgeschäft mit dem Mordfall zu tun haben kann, und ob es tatsächlich bei der einen Leiche bleibt, können Leser ab sofort selbst herausfinden: Der Roman ist als Taschenbuch für 10,90 Euro im Rhein-Mosel-Verlag erhältlich.

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