Aachen: Neuer Alemannia-Fanshop in der Altstadt mit sozialer Komponente

Aachen: Neuer Alemannia-Fanshop in der Altstadt mit sozialer Komponente

Es hatte etwas von einem Dejá-vu. Die Eröffnung des City-Fanshops der Alemannia in der Kleinkölnstraße 18 ließ Erinnerungen an bessere, längst vergangene Zeiten aufkommen.

Dabei ähnelt die Wandgestaltung der Geschäftsräume mehr der aktuellen Situation, hier und da haben die Handwerker — allerdings mit voller Absicht — einige Stellen unverputzt gelassen, der Eindruck des Verfalls war dabei eher ungewollt und vor allem unangebracht. Hatten doch in den Monaten zuvor die Mitarbeiter der WABe dafür gesorgt, dass ein baufälliger Raum zu einer attraktiven Verkaufsfläche in bester Innenstadtlage mutierte.

Eröffneten den Alemannia-Fanshop in der Kleinkölnstraße: Stefan Wamper (Fangemeinschaft, v. l.), Alemannia-Geschäftsführer Martin vom Hofe, Fanshop-Mitarbeiterin Gaby Nobis, Fanartikelhersteller Guido Thelen und WABe-Geschäftsführer Alois Poquet. Foto: Andreas Steindl

„Vielen Dank für die tolle Arbeit“, lautete dann auch das erste Fazit von Alois Poquett, Geschäftsführer der WABe. Für ihn war es ein schöner Akt, die Eröffnung des Fanshops lässt seine Herzensangelegenheit Alemannia Aachen mit seiner beruflichen Ausrichtung verschmelzen. Betreiber des Geschäftes ist nämlich die WABe-Tochter VIA Integration, die schwarz-gelben Devotionalien werden in Kommission verkauft. Für beide Partner eine vielversprechende Lösung.

„Wir sind froh, unseren Fans wieder eine Anlaufstelle in der Innenstadt anbieten zu können“, zeigte sich auch Alemannia-Geschäftsführer Martin vom Hofe begeistert. Dabei ist der Erlös für die Alemannia nur eine der beiden glänzenden Seiten der Medaille. Viel wichtiger ist für Poquett der sozial-integrative Aspekt. Er erwartet, im Fan-Shop drei bis vier Ausbildungs- und Arbeitsplätze einrichten zu können und mit Menschen zu besetzen, die mit Handicap leben.

Deshalb zeigte er sich auch hoch erfreut über den Abschluss der Sozialpartnerschaft zwischen der WABe und der Alemannia. Vom Hofe, selber erst seit September im Amt, war von Beginn an begeisterter Anhänger dieser Idee und sorgte für die notwendige Unterstützung durch den Verein. Für ihn ist der Fan-Shop ein weiteres Mosaiksteinchen im Gesamtbild Alemannia, das dabei hilft, den Eindruck der vergangenen Jahre wieder ein wenig zurechtzurücken.

Gaby Nobis, langjährige Mitarbeiterin im alten Fanshop, wird die Leitung des Shops übernehmen, in Zusammenarbeit mit Stefan Wamper als Vertreter der Fangemeinschaft. Denn diese soll in den Räumen eigene Ideen einbringen und somit für noch mehr Identifikation mit dem Verein sorgen. Neben klassischen Artikeln wie Schals und aktuellen Angeboten rund um die Weihnachtszeit haben die Anhänger auch die Möglichkeit, dort Eintrittskarten zu erstehen.

Praktisch: Vermieter sind Fans

Das Geschäft ist von montags bis samstags zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet. Die Erben des bekannten Unternehmens Kerpen Kabel sind Eigentümer des Gebäudes und ebenfalls vom schwarz-gelben Virus befallen, deshalb hält sich die Miete des Geschäftslokals in exponierter Lage durchaus im Rahmen. „Wir hoffen, dass sich die Lösung des Problems rund um die Antoniusstraße noch etwas hinzieht“, schmunzelten die Verantwortlichen unisono, „umso länger können wir an dieser Stelle bleiben.“ Denn klar ist: Sollte es mit der Umgestaltung des Viertels irgendwann einmal losgehen, ist der Fan-Laden an dieser Stelle Geschichte. Aber vielleicht schreibt die Alemannia bis dahin ja schon wieder eine ganz andere.

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