1. Lokales
  2. Aachen

Projekt an der Neuenhofstraße: Neue Streuobstwiese soll die Baumbilanz in Aachen aufhübschen

Projekt an der Neuenhofstraße : Neue Streuobstwiese soll die Baumbilanz in Aachen aufhübschen

Die Stadt Aachen möchte 2025 wieder eine ausgeglichene Baumbilanz ausweisen. 50 Obstbäume auf einer neuen Streuobstwiese an der Neuenhofstraße kann sie jetzt auf der Habenseite verbuchen.

2025 möchte die Stadt Aachen wieder eine ausgeglichene Baumbilanz ausweisen. Es sollen also, anders als heute, genauso viele Bäume gepflanzt werden wie gefällt werden müssen. Dafür braucht es vor allem Fläche – ein rares Gut im Stadtgebiet. Umso erfreuter waren der städtische Klima- und Umweltdezernent Heiko Thomas und die Eilendorfer Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler, dass nun auf einer 1,3 Hektar großen Wiese zwischen Neuenhofstraße und Vennbahnweg 50 Obstbäume in die Erde gekommen sind.

Die neue Streuobstwiese ist eine Ausgleichsmaßnahme für das Gewerbegebiet Neuhofstraße/Fringsbenden. In den vergangenen Wochen hat dort der Stolberger Gartenbaubetrieb „Wilden & Klocke“ im Auftrag der Stadt neun verschiedene Obstbaumsorten angepflanzt – vom Aachener Hausäpfelchen bis zum Rheinischen Krummstiel, von der Butterbirne bis zur Knorpelkirsche, von der Mirabelle bis zur Hauszwetschke.

In den nächsten drei Jahren werden die Fachleute auch dafür sorgen, dass die schon nicht mehr ganz so kleinen Bäume genug Wasser zur Verfügung haben. „Wegen der zunehmend heißen Sommer nehmen wir mittlerweile mehr Wässerungsgänge in die Ausschreibung. Denn auch die etwa dreijährigen Bäume haben Schwierigkeiten anzuwachsen, wenn man ihnen nicht hilft“, sagte der städtische Baumfachmann Wolfgang Kirch. „Auch darüber hinaus müssen wir die Bäume beobachten, denn auch die alten Sorten leiden unter Klimastress“, erläuterte Rainer Klocke, technischer Geschäftsführer bei „Wilden & Klocke“.

Stadtbetrieb und -verwaltung allein würden es aber nicht schaffen, die Baumbilanz zu verbessern. „Das geht nur zusammen mit der Stadtgesellschaft“, appellierte Thomas für mehr Baumpatenschaften und auch Baumspenden. „Diese Projekte wollen wir bündeln und stärken.“ Auch für Eschweiler reichten die 120 Baumpatenschaften, die in Eilendorf aktuell vergeben sind, nicht aus. „Da brauchen wir noch viel mehr.“

Die Bezirksbürgermeisterin möchte der neuen Streuobstwiese im Gewerbegebiet zudem eine ansprechende Aufenthaltsqualität verschaffen. „Es wäre schön, wenn die Besucher der Automeile hier auch vorbeischauen. In der Bezirksvertretung sollten wir die weitere Gestaltung, zum Beispiel mit Sitzbänken, überdenken.“ Tatsächlich soll die Streuobstwiese zumindest vom Vennbahnweg frei zugänglich sein.

Zur Straße und zum benachbarten Privatgrundstück sollen Zäune wildes Parken und wildes Müllabladen – bislang ein Problem auf der lange Zeit landwirtschaftlich intensiv genutzten Wiese – verhindern. Noch verhandelt die Stadt aber mit drei Landwirten über eine extensive Bewirtschaftung als Wiese oder Weide. Das Ergebnis der Verhandlung bestimmt auch die Nutzbarkeit für Spaziergänger.

Ökologisch werden die 50 Obstbäume aber in jedem Fall einen großen Mehrwert bringen, wie Hanna Bümmerstede, Leiterin der Abteilung Natur und Baumschutz im Fachbereich Umwelt und Klima, betonte: „Streuobstwiesen sind Hotspots der Artenvielfalt. Im unteren Bereich finden Igel, Feldspitzmäuse, viele Schmetterlings- und Käferarten eine Heimat, in der oberen Etage viele Vogel- und Fledermausarten, besonders auch Höhlenbrüter wie der Grünspecht oder der Steinkauz.“