Aachen: Neue Runde im Gründerwettbewerb „AC Quadrat“ will Mut machen

Aachen: Neue Runde im Gründerwettbewerb „AC Quadrat“ will Mut machen

Ameisen versprühen Duftstoffe und tasten sich mit den Fühlern gegenseitig ab, um zu erfahren, ob ihr Gegenüber ihnen etwas Interessantes mitzuteilen hat. Bei Menschen funktioniert diese Art der Kommunikation hingegen nur sehr begrenzt. Darum setzten die Organisatoren des Gründungswettbewerbs „AC Quadrat“ auf deutlich sichtbare Signale.

Bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend im Depot Talstraße wurden den Gästen farbige Buttons angesteckt, die auf den Grund ihrer Anwesenheit hinwiesen.

Grüne Anstecker erhielten die Gründungswilligen — das war die überwiegende Mehrheit der knapp 300 Besucher. Gelb trugen Unternehmer, die bereits gegründet hatten, jedoch gerne wachsen würden. Und mit rot waren diejenigen gekennzeichnet, die diesen Leuten gerne bei ihren Vorhaben helfen würden: Berater und Experten aus allen möglichen Fachbereichen.

Allein durch deren Anwesenheit sei schon einmal ein grundlegendes Problem beseitigt, das vielen Gründungen im Weg stehe, wie der neue Geschäftsführer der Gründerregion Aachen, Christian Laudenberg, sagte. „Viele werden die Situation kennen: Wenn man eine gute Idee hat, fehlt oft die richtige Umgebung, um die PS auf die Straße zu bringen.“

Rund 200 Experten des „AC Quadrat“-Netzwerks werden deshalb im kommenden halben Jahr für Bodenhaftung sorgen. Sie werden den Teilnehmern des Wettbewerbs mit ihrem Wissen etwa in den Bereichen Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit, Produktentwicklung und Vermarktung zur Seite stehen.

Mit dabei sind auch die Berater der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit). „Wir kommen ins Spiel, wenn eine Idee mit Technik zu tun hat. Da ist Aachen als Standort sehr gut aufgestellt und hat mit der Verknüpfung von Ingenieursleistungen und Digitalisierung den Puls der Zeit getroffen“, so deren Geschäftsführer Lothar Mahnke.

Einer, der beispielhaft für diesen technologischen Gründergeist steht und „ein Glücksfall für die Stadt Aachen ist“, wie Moderator Bernd Büttgens sagte, ist Günther Schuh. Der RWTH-Professor, der das Elektroauto e.GO maßgeblich mitentwickelt hat, wird derzeit in der ganzen Bundesrepublik herumgereicht, und kommende Woche wird selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei ihm vorbeischauen.

Schuh ermutigte die jungen Gründungswilligen dazu, den Sprung ins Ungewisse zu wagen: „Das Wichtigste ist der unbedingte Wille und dass man einen Plan für die Unternehmensgründung hat — auch wenn der eigentlich nie so klappt wie vorgesehen.“ Die meisten Erfolge, betonte er, müsse man oft einfach erzwingen.

Schuh muss es wissen, immerhin ist e.GO bereits die 16. Gründung, an der er beteiligt ist. Dazu sei das „Engineering Valley Aachen“, wie er die Region freimütig nannte, ein hervorragendes Umfeld. Die Vernetzung mit den Experten aus der Wirtschaft und den beiden Hochschulen und die kurzen Wege seien dafür entscheidend.

Die nächste Gelegenheit, da hineinzuwachsen, bekommen die Wettbewerbsteilnehmer am Dienstag, 21. November, ab 18 Uhr beim „AC Quadrat“-Gründerabend bei der IHK Aachen, wo sich die Mentoren und Experten noch einmal einzeln vorstellen. Dort können die Gründungswilligen es den Ameisen gleichtun und ihre Fühler auf der Suche nach neuen Netzwerken ausstrecken.