Laurensberg: Neue Photovoltaikanlage: Tagesstätte mit sonnigen Aussichten

Laurensberg: Neue Photovoltaikanlage: Tagesstätte mit sonnigen Aussichten

Die Kinder hätten große Augen gemacht, berichtet Kita-Leiterin Katja Deutz-von der Weiden: 110 große Solarmodule befinden sich seit Anfang August auf dem gewölbten Dach der Kita Sandhäuschen.

„In der Tat war die Befestigung der Module aufgrund der Wölbung des Daches eine Herausforderung“, sagt Frank Schröter vom Gebäudemanagement der Stadt. Aber es ist gelungen: Nun macht die fertige Photovoltaikanlage den Laurensberger Kindergarten zur ersten Niedrigenergie-Kita der Stadt. Sie ist damit ein Gebäude, das nicht nur wenig Energie verbraucht, sondern auch selber Energie erzeugt.

Als Niedrigenergie-Gebäude erfüllt die Kita bereits jetzt Vorgaben, die bald bundesweit vorgeschrieben sind: Nach einer EU-Vorschrift müssen ab dem ersten Januar 2019 alle Neubauten oder Erweiterungsbauten öffentlicher Bauherren in dem sogenannten „Null-, Niedrigst- und Plusenergiehaus-Standard“ („NN+E-Standard“) errichtet werden.

In Aachen werden öffentliche Neubauten bereits seit 2010 nach dem „Aachener Standard“ gebaut — letzterer bildet Grundsätze für energiebewusstes und energieschonendes Bauen.

„Mit dem Aachener Standard haben wir seit 2010 schon eine gute Basis für Neubauten mit niedrigem Energieverbrauch“, so Klaus Schavan, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. Ab 2019 allerdings gelten strengere Richtlinien für Neubauten hinsichtlich des Energieverbrauchs — so soll laut EU-Richtlinie der Energiebedarf bei null liegen oder zumindest sehr gering sein, zusätzlich hauptsächlich durch erneuerbare Quellen gedeckt werden.

Um für 2019 gut gerüstet zu sein und über das notwendige Know-How zu verfügen, würde in Aachen jetzt schon „geübt“, sagt Schavan: „Die Kita Sandhäuschen war nun unser erstes Objekt, dass dem neuen Standard entspricht. Bis 2019 wünsche ich mir noch zwei oder drei weitere Bauten unter dem Standard, so dass wir in zweieinhalb Jahren die Vorschriften garantiert und ohne große Probleme einhalten können.“

Allerdings sei die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kindergartens auch nicht einfach nur schön zu haben: Nach knapp zehn Jahren wird sich die Investition von knapp 50.000 Euro amortisiert haben und auf Dauer erhebliche Einsparungen garantieren, so Schavan.

Optimale Stromquelle

Gerade für Nichtwohngebäude eigneten sich Photovoltaikanlagen als Stromquelle optimal. Hier entspreche das Nutzerverhalten dem Sonnenangebot: Während tagsüber bei Sonnenschein der eigene Strom verwendet wird, werden die meisten Gebäude abends nicht mehr genutzt — so auch in der Kita: Hier werde durch die Photovoltaikanlage über das Jahr gesehen mehr Energie produziert als genutzt. Die überschüssige Energie werde ins Stromnetz eingespeist, der Anteil nachhaltiger Energien im Stromnetz somit immer größer.