Neue Parkpalette im Aachener Ortsteil Haaren geplant

Ortsumgestaltung Haaren : Neben St. Germanus ist noch Platz für eine Parkpalette

Geduldig müssen sie schon sein, die Haarener, denen vor gut sieben Jahren grundlegende Pläne zur Umgestaltung der Ortsmitte rund um St. Germanus vorgelegt worden sind. Umgesetzt wurde davon bislang einzig der Umzug des Bezirksamts in die ehemalige und frisch sanierte Schule an der Germanusstraße.

Doch nun soll es den nächsten Schubser geben, um das sogenannte integrierte Handlungskonzept voranzutreiben. Mit diesem Handlungskonzept, ohne das es keine Städtebaufördermittel gibt, sind hochgesteckte Ziele verbunden. Das Wohnumfeld und die Lebensqualität im Ort sollen verbessert werden. Geplant sind unter anderem neue Wohnquartiere, ein attraktiver Platz an der Kirche St. Germanus, verkehrsberuhigende Maßnahmen an der Alt-Haarener Straße, eine Aufwertung der Parkanlage an der Wurm und neue Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer ins Grüne.

Und ganz frisch haben die Planer nun auch ein Grundstück an der Germanusstraße in den Blick genommen, dem größere strategische Bedeutung aus mehreren Gründen zukommt. Über dieses Grundstück, das sich bereits in städtischem Besitz befindet, sollen nicht nur die Zufahrten zu einer neuen Kita und den im Feuerwehrpark geplanten Stadthäusern geschaffen werden, dort soll auch noch eine kleine Parkpalette Platz finden.

24 Stellplätze auf zwei Etagen könnten dort geschaffen werden, hat die Verwaltung jüngst den Haarener Bezirksvertretern dargelegt, die sich seit längerem mit den Parkplatznöten im Ortszentrum befassen. „Ohne Parkplätze ist der Ort tot“, ist Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten überzeugt, der auf die vielen älteren Bewohner und die hügelige Lage von Haaren hinweist. Der Weg von den Geschäften im Zentrum in die Wohngebiete sei ohne Auto für viele zu beschwerlich, glauben auch viele Bezirksvertreter, die daher mehrheitlich den geplanten Bau der Parkpalette begrüßen. Dadurch könne der bevorstehende Wegfall von mindestens 33 Stellplätzen an der Germanusstraße und an der Alt-Haarener Straße halbwegs ausgeglichen werden.

Was im Grundsatz allgemein begrüßt wird, wirft im Detail allerdings noch viele Fragen auf. Wer das Parkdeck bewirtschaften soll, ist noch ebenso ungeklärt wie die Frage, ob Gebühren kassiert werden sollen. Das könnte den Parksuchverkehr verstärken, fürchten die Bezirksvertreter, denn noch kann überall sonst im Ort kostenlos geparkt werden. Ohne Gebühren aber ziehe man vermutlich viele Dauerparker an, lautet das Gegenargument. Auch sollte man die Chance nutzen, dort überdachte Radabstellplätze zu schaffen, finden die Grünen. Was die CDU für überflüssig hält, da es im Umfeld genug Abstellplätze gebe.

Die Politiker haben die Verwaltung zunächst mit weiteren Planungen beauftragt. Möglichst „dezent“ soll das Parkdeck später aussehen – leicht versenkt und schön begrünt. „Die Planer sind optimistisch, das technisch hinzukriegen“, sagt Corsten. Er hofft, spätestens Ende nächsten Jahres einen Baubeschluss fassen zu können, zeitgleich mit einem Baubeschluss für eine dahinter liegende neue Kita. „Ich bin guter Dinge, dass wir das an der Stelle ohne größere Probleme durchkriegen“, sagt er. Einwände von Bürgern seien bisher nicht zu erkennen. Das war an der Welschen Mühle anders, wo es massiven Widerstand gegen den Plan gab, eine sechsgruppige Kindertagesstätte in die Grünanlage zu bauen.

Über Fertigstellungstermine will Corsten dennoch nicht spekulieren. Er ist lange genug im Geschäft, um zu wissen: Haarener müssen geduldig sein.