„In Front Festival“: Neue Jazz-Klänge zum runden Geburtstag der GZM

„In Front Festival“ : Neue Jazz-Klänge zum runden Geburtstag der GZM

Heribert Leuchter ist zusammen mit Werner Hüsgen nicht nur ein Urgestein der Jazz-Szene, sondern beide hoben zusammen mit anderen vor 30 Jahren auch die Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (GZM) aus der Taufe. Die Aachener Institution bringt seither dem geneigten Publikum „Jetzt-Musik“ zu Gehör.

„Den Namen haben wir bewusst gewählt — auch wenn er etwas unelegant ist“, so Leuchter. Denn von Anfang an stand der durch Improvisationen immer wieder neu erklingende Jazz ebenso im Mittelpunkt wie die sogenannte Neue Musik, also Werke von zeitgenössischen Komponisten. Mit dem dreitägigen „In Front Festival 2018“ feiert die GZM deshalb vor allem die Gegenwart und die Zukunft, „auch wenn ein Jubiläum natürlich immer auch eine Rückschau bedeutet“, wie Gwendolen Webster, Vorsitzende der GZM, einräumt.

Laden zum dreitägigen Geburtstagsfestival ins Alte Kurhaus: Die Musiker und Organisatoren der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik. Foto: Andreas Steindl

Los geht es am Donnerstag, 27. September, um 20 Uhr in der Klangbrücke im Alten Kurhaus an der Komphausbadstraße mit einem „Triple Jazz Konzert“: Leuchter versammelt dafür das „Art’n Schutz Orchester“ um sich, während Hüsgen das seinen Namen tragende Quartett aufbietet.

Während diese Ensembles in Aachen längst bekannt sind, darf das Publikum auch einen Blick in die Zukunft der Szene werfen: Ferdinand Schwarz ist 21 Jahre jung, sein Duo-Kollege Darius Heid sogar noch zwei Jahre jünger. 2017 wurden sie im Bundeswettbewerb „Jugend jazzt“ mit dem Studiopreis des Deutschlandfunks ausgezeichnet für ihre Musik von Synthesizer und Computer. Beim „Triple Jazz Konzert“ spielen sie ein akustisches Programm mit eigenen Stücken.

Frische Stücke, junge Komponisten

Musik, erdacht von jungen Komponisten, gibt es auch beim zweiten Konzert am Freitag, 28. September, das ganz im Zeichen der Neuen Musik steht: Das „Neue Musik Ensemble Aachen“ spielt unter der Leitung von Olaf Futyma sieben Miniaturen, die von Nachwuchskomponisten zwischen zehn und 17 Jahren beim Kompositionsworkshop der Musikschule „music loft“ im vergangenen Jahr erdacht wurden.

„Das sind frische Kompositionen — mal mehr, mal weniger experimentell“, freut sich Futyma auf das Programm. Darunter sind zudem zwei Uraufführungen von etablierten Aachener Musikschaffenden zu finden: Adriana Sanchez und Gottfried Stein haben Neues für das Konzert erdacht, außerdem gibt es eine Deutsche Uraufführung von Philipp Maintz.

Samstag, der 29. September, gehört dann ganz den Schülern und Dozenten der Musikschule „music loft“, die zwar erst 29 Jahre alt wird und mittlerweile selbstständig agiert, aber doch eng mit der GZM verbunden ist. Von 17 bis 18 Uhr lohnt es sich, durch Klangbrücke und Ballsaal zu streifen, wo an allen möglichen Ecken Musik zu hören und zu machen sein wird. „Trommel-Workshop, Bodypercussion oder einfach mal mit einem Musiker im Aufzug fahren — stöbern lohnt sich“, lädt Musikschulleiterin Birgit Baum Alt und Jung auch ohne musikalische Vorkenntnisse ein.

Um 18 Uhr startet das Festkonzert mit Schülern und Ensembles der freien Musikschule im Ballsaal, ab 19.30 Uhr darf dann auch getanzt werden, musikalisch begleitet von der Bigband „Soundbridge“ und einer Dozentenkombo — und zwar am Samstag alles bei freiem Eintritt. Karten für die beiden anderen Konzerte sind unter anderem beim Kundenservice Medienhaus am Elisenbrunnen zu bekommen.