Aachen: Neue „Buden“ hängen am eisernen Faden

Aachen: Neue „Buden“ hängen am eisernen Faden

Es wirkt wie ein riesiges Tetris-Spiel, wenn auf dem Gelände des Campus-Melaten große Quader durch die Luft fliegen, über- und nebeneinander gestapelt werden. Zügig gehen die Arbeiten voran, denn 285 Studierende warten bereits auf ihre neue Unterkunft am Campus-Boulevard.

Es ging alles ganz schnell. Mutterboden weg, Versorgungsleitungen rein sowie jede Menge Betonwürfel, auf denen die Gebäude ruhen. Modulbau heißt das Zauberwort, von dem die RWTH schon mehrfach Gebrauch gemacht hat, beispielsweise bei temporären Seminarräumen, die nach ihrem Einsatz wieder abgebaut werden, oder den dauerhaften Erweiterungsbauten der Physik. Dabei werden einzelne fertige Gebäudeteile nach Belieben und Anforderungen zu einem Modulbau zusammengesetzt.

Von Andreas Cichowski Aachen. Es wirkt wie ein riesiges Tetris-Spiel, wenn auf dem Gelände des Campus-Melaten große Quader durch die Luft fliegen, über- und nebeneinander gestapelt werden. Zügig gehen die Arbeiten voran, denn 285 Studierende warten be Foto: Andreas Cichowski

Lange Wartelisten

Auf dem Campusgelände entsteht dadurch in drei sogenannten Wohnmodulen Platz für immerhin 285 Studierende. Die Zahl mag klein erscheinen, wenn man bedenkt, dass laut Aachener Studentenwerk rund 5000 Namen auf der Warteliste für Wohnraum in Aachen stehen. Aber jede Wohnung mehr hilft. Errichtet werden die Wohnmodule vom niederländischen Projektentwickler Blauw Estate und dem Bauherrn und Betreiber Student-Campus-Melaten.

Zuvor waren die Elemente in den Niederlanden aufgebaut, wurden anschließend saniert und modernisiert ehe sie nun für sieben Jahre auf den Campus zum Einsatz kommen. Danach werden die Module wieder demontiert und auf dem Gelände können das geplante Aus- und Weiterbildungszentrum, ein Sport- und Gesundheitszentrum, Gastronomie und ein Hotel entstehen.

Angeliefert werden die knapp sechs Tonnen schweren Elemente auf Tiefladern, werden dann mit einem Kran an ihre Position gesetzt und mit den Angrenzenden verbunden. Die Größe der Wohneinheiten variiert zwischen 25,4 und 28,7 Quadratmetern, jede Wohnung verfügt über ein eigenes Bad und Kochnische.

Durch große Fensterfronten gelangt das Licht in die mit Teppich ausgelegten Einzelzimmer, einige wenige werden sogar über einen Balkon verfügen. Zahlen müssen die Mieter 350 Euro pro Monat, exklusive Nebenkosten.

Doch bis die ersten Studierenden einziehen können, wird noch eine Weile vergehen. „Die erste Reihe mit circa 50 Containern wird voraussichtlich bis Ende nächster Woche aufgebaut sein“, so Sonja Wiesner vom Bereich Marketing/ Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der RWTH. Danach müssen noch die Laubengänge und die Fassade montiert werden.

Auch ein Parkplatz mit bis zu 149 Stellplätzen und 285 Fahrradstellplätze werden angelegt. „Bis zum Ende des Jahres werden circa zwei Drittel der Container aufgebaut sein“, kündigt Wiesner an. Die ersten Wohncontainer seien dann Anfang nächsten Jahres bezugsfertig.

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