Über Helden und Hoffnungsträger: Neue Ausgabe des Alemannia-Magazins „In der Pratsch“ erschienen

Über Helden und Hoffnungsträger : Neue Ausgabe des Alemannia-Magazins „In der Pratsch“ erschienen

Es hat gedauert. Aber zum einen sind die Gestalter dieses besonderen Fan-Magazins eher nebenberuflich „Pratsch“-Redakteure, und zum zweiten haben sie eine Punktlandung geschafft. Die 21. Ausgabe von „In der Pratsch“ ist zum 20. Todestag der Alemannia-Trainerlegende Werner Fuchs erschienen.

Sie schafft den Spagat von emotionalen Momenten, ohne tränenschwülstig daher zu kommen. Inoffiziell vorgestellt wurde die Ausgabe beim letzten Heimspiel am Samstag. Eine bemerkenswerte Anzahl von Spielern aus dem Fuchs’schen Aufstiegskader hatte die Einladung zum Tivoli in einen Besuch umgesetzt. Sie sind auch wesentlicher Teil des „Pratsch“-Heftes.

Es geht aber nicht nur um Werner Fuchs, der in bemerkenswerter Weise in den schwarz-gelben Gemütern lebendig geblieben ist. Der Fan oder der, der es wieder werden will, liest, wie der Verein aufgestellt ist und welche Perspektiven geschaffen werden. Wer’s sich wohl dosiert einteilen kann, hat zumindest für die ersten Tage nach dem Regionalliga-Finale Lesestöffchen.

Drei Schwerpunkte bilden den Kern des Magazins, das für fünf Euro als Non-Profit-Medium erscheint und wie stets ein gutes Stück Alemannia-Literatur bildet. Die Macher sind allesamt eingefleischte Anhänger und lassen dies eher indirekt durchscheinen. Zahlreiche Spieler geben in Kurzstatements ihre Sicht über Fuchs wieder, erzählen über einen legendären Skiurlaub in Obertauern, der das Team zur Einheit werden ließ, und wie der fast unmögliche Aufstieg noch geschafft wurde.

Emotionale historische Bilder und aktuelle Porträts schlagen den zeitlichen Bogen auch optisch hochspannend. Dazu passt das größere Porträt von Ex-Mittelstürmer Mario Krohm, der sogar in europäischen ersten Ligen und im Uefa-Cup spielte, irgendwie aber immer ein Alemanne blieb.

Für die eher Vorwärtsgewandten ist vor allem das Interview mit dem Aufsichtsrats-Vize Dirk Kall aufschlussreich. Der erzählt in vertrauenerweckender Gelassenheit, wie der Weg der Alemannia aussehen könnte: keine Hektik, kontinuierliche Entwicklung und bloß nicht das geringste wirtschaftliche Risiko. „Denn“, so Kall, „eine dritte Insolvenz würde das endgültige Aus bedeuten.“ Auch im kommenden Jahr sei der Verein nicht zum Aufstieg verdammt. „Am Ende wollen wir in der Tabelle noch einmal besser dastehen als heute. Präziser geht es nicht.“ Ein Signal an die Fans, die Sponsoren, aber auch an die hiesige Wirtschaft und Politik.

Ein Signal, das um eine Unterstützergruppe um den Unternehmer Tim Hammer und seinen Prokuristen Frank Sei-
farth angekommen. Sie und ihre wachsende Zahl an Mitstreitern werden als Beispiel porträtiert, wie Hilfe ohne den Drang nach Einmischung aussehen kann. „Fuat & Friends“ heißt die Gruppe, die auch für 2019/20 Unterstützung zugesagt hat.

Viele bewährte kleinere Beiträge sowie eine Aufstiegs-DVD des WDR von 1999 komplettieren das knapp 70 Seiten starke Magazin, das unter anderem im Alemannia-Fanshop (Kleinkölnstraße), in der Mayerschen (Buchkremerstraße), bei „Das Buch in Eilendorf“ (Von-Coels-Straße), Rewe Reinartz, in diversen Schreibwarenläden und in der Gaststätte Dumont (Zollernstraße) erhältlich ist.

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