Neu im Theater Aachen-Brand

Nach einem Andersen-Märchen : Die böse Wirkung des Zauberspiegels

Bald schneit es in Brand. Vielleicht nicht an der Trierer Straße oder am Marktplatz, garantiert aber im Theater Brand. Denn dort gibt es am Sonntag, 1. Dezember, die Premiere des neuen Stücks „Die Schneekönigin“.

Das Märchenspiel basiert auf den Motiven der berühmten Erzählung von Hans Christian Andersen, richte sich aber – anders als das Original – auch an Kinder ab sechs Jahren.

Ein Troll arbeitet in den Bergen an einem mächtigen Zauberspiegel. Als dieser zerbricht, fliegen seine Splitter quer durch das nordische Land. Zwar sammelt sein Sohn die Bruchstücke ein, „eins fliegt aber noch herum“, sagt der kleine Troll-Junge, gespielt von Quintus Brinkmann. Das Gefährliche: „Bekommt jemand den Splitter ins Auge, wird diese Person traurig und ihr Herz so schwer wie Stein“, erklärt Theaterleiterin Wilma Gier.

Es kommt, wie es kommen musste. Dem Waisenkind Kay (Julian Träbert) fliegt ein Teil ins Auge, sodass er sich in einen miesgelaunten Jungen verwandelt. „Was hast du für schmutzige Fingernägel und fette Warzen?“, nörgelt er zu seiner eigentlich geliebten Gerda (Jana Baumann). Kurz darauf entführt die heimtückische Schneekönigin (Ina Dreissiger) Kay, den sie in ihren Schneepalast am Nordpol schleppt. Schaffen es Gerda und der kleine Troll, Kay aus den Klauen der eisigen Königin zu befreien und den Splitter zu entfernen?

Mit beeindruckenden Bühnenbildern versucht das Theater Brand, der Familienproduktion eine besondere Note zu verpassen. Ob Gasthof, Nordpol, Troll-Berge oder Räuberwald: Kunstmaler Otta Guba schuf gleich mehrere Hintergründe, die das Publikum gedanklich nach Skandinavien befördern. Auch die Musik entstand in Brander Eigenproduktion; zum ersten Mal entwickelte sie Komponistin Bettina Baumann.

Seit September üben Groß und Klein gemeinsam mit Regisseurin Olga Romanovskaya. Besonders der Schneekönigin gefallen die Proben. „Es ist toll, etwas zu spielen, was man eigentlich nicht ist“, sagt Ina Dreissiger mit einem freundlichen Lächeln auf dem Gesicht – ein Lächeln, das man von ihr in der Rolle der Schneekönigin eher nicht sehen wird.