Nebenkosten für Wohnen in Aachen sind laut einer Studie hoch

Abwasser und Müll sind in Aachen besonders teuer: Aachener zahlen laut einer Studie ziemlich hohe Nebenkosten

Regensburg ist besonders günstig, Leverkusen richtig teuer: Die Rede ist von Nebenkosten fürs Wohnen. Der Immobilienbesitzerverband Haus und Grund hat in einer Studie 100 Städte auf die Höhe der Nebenkosten untersucht. Aachen liegt dabei auf Platz 67.

Für hohe Mieten sind nicht immer raffgierige Vermieter verantwortlich, sagt der Verband der Immobilienbesitzer Haus & Grund: Die Interessenvertreter der Hauseigentümer haben jetzt eine Studie vorgelegt, um die Nebenkosten in den 100 größten deutschen Städten miteinander zu vergleichen. Demnach sind die Nebenkosten im bayrischen Regensburg (Platz 1) besonders niedrig, in Leverkusen (Platz 100) hingegen besonders hoch. Aachen liegt in dieser Studie auf Platz 67, Düren sogar auf Platz 74.

Durchgeführt wurde die Studie vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Wie Haus und Grund in einer Pressemitteilung erklärt, wurden die Nebenkosten von Musterfamilien in den 100 Städten unter die Lupe genommen. Als Musterfamilie galt in dem Fall ein aus vier Personen bestehender Haushalt. Im Fokus standen demnach Müllgebühren, Abwassergebühren sowie die Grundsteuer B, also die Steuer für bebaute oder bebaubare Grundstücke.

„Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Preise, die Verbraucher für die Entsorgung von Abwasser und Müll zahlen müssen, je nach Wohnort um mehrere Hundert Euro jährlich variieren“, sagt Kai Warnecke, Präsident von Haus & Grund Deutschland. Auch die Steuerlast weiche je nach Region stark voneinander ab. In Aachen zahlt die Musterfamilie im Schnitt 1346 Euro pro Jahr für Nebenkosten, in Düren sind es laut Studie 1364 Euro. Bei den Regensburgern liegt der Schnitt bei 857 Euro, in Leverkusen bei 1981 Euro. Die Preisunterschiede haben laut Studie mehrere Gründe. Unter anderem verfahren die Kommunen unterschiedlich, was die Abholung von Müll angeht. Auch gibt es bei den Wasserkosten teilweise verbrauchsunabhängige Grundgebühren oder eben nicht. Und letztlich können die Kommunen selbst über die Höhe der Grundsteuer B entscheiden.

„Die Gründe für die hohen Kosten müssen analysiert und benannt werden“, fordert Haus & Grund, der Verband wolle mit seiner Studie eine Grundlage für weitere Diskussionen auf Bundes-, Landes- und auf kommunaler Ebene schaffen. Am Ende könne eine erhöhte Preis- und Gebührentransparenz stehen, die eventuell zu Wettbewerbsdruck und zu niedrigeren Verbraucherpreisen führt. „Zudem haben Mieter wie Eigentümer ein Recht darauf, dass ihnen ihre jeweilige Kommune die unterschiedlichen Gebühren- und Steuerlast erklärt“, betont der Verband.

Nebenkosten hin oder her: Nimmt man die Gesamtkosten für Mieter in den Blick, sieht das bundesweite Ranking selbstverständlich anders aus. Die sieben teuersten Städte, die sogenannten „Big Seven“, sind laut Angaben von Statista Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Stuttgart und Düsseldorf.

In Aachen spielt das Thema Wohnungsnot beziehungsweise hohe Wohnungspreise auch in der Kommunalpolitik eine verstärkte Rolle. Die Quote von Sozialwohnungen bei Neubauprojekten soll erhöht und Leerstände und Zweckentfremdungen von Wohnungen sollen vermieden werden. Außerdem arbeitet beispielsweise die SPD an einem Programm zur Entspannung des Wohnungsmarkts, die Bürger werden über öffentliche Veranstaltungen eingebunden. Beim nächsten Termin am Montag, 28. Januar, wird die SPD-Stadtratsfraktion über die Situation in Aachen berichten. Jeder, der sich für das Thema interessiert, kann an dem Abend um 18.30 Uhr ins Haus Löwenstein am Markt kommen.

(slg)
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