Aachen: Naumburg und Aachen feiern 30 Jahre Städtepartnerschaft

Aachen : Naumburg und Aachen feiern 30 Jahre Städtepartnerschaft

„Die Neugier aufeinander hat nicht nachgelassen! Es ist ein starkes Zeichen, dass uns 140 Gäste aus Naumburg mit drei Bussen für das Wochenende besuchen“, freute sich Stefanie Luczak, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Aachen—Naumburg.

Zum 30-jährigen Bestehen der Städtefreundschaft erwartete die Gäste ein großes Programm mit viel Gelegenheit zum Austausch und zu kleinen kulturellen Exkursionen. Höhepunkt des offiziellen Teils war am Samstagvormittag eine Feierstunde im Krönungssaal. Anstelle staatstragender Reden gab es viele herzliche Worte. „Wir begehen heute die Perlenhochzeit dieser Partnerschaft, deren Silberjubiläum wir vor fünf Jahren gefeiert haben“, erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Kein Geburtstag ohne Blumen: Helga Heilig (rechts) vom Förderverein Welterbe an der Saale freute sich mit Stefanie Luczak, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Aachen, über die blühende Freundschaft.

„Perlen passen zu den langsam gewachsenen, beständigen und einzigartigen Beziehungen. Diese Städtepartnerschaft ist ein wunderbares Schmuckstück geworden“, so Philipp weiter. Die Jugend zu mobilisieren sei ihm und den Vertretern von Naumburger Seite ein besonderes Anliegen. „Es geht um den Wunsch, junge Leute für den Austausch zwischen beiden Städten zu mobilisieren, die dabei helfen, das Herz der Partnerschaft weiter schlagen zu lassen.“

Mann der ersten Stunde und engagierte Nachfolger: Naumburgs OB Bernward Küper (Mitte) hofft mit Amtskollege Marcel Philipp und dessen Vorgänger Jürgen Linden und auf viele neue Impulse für die Zusammenarbeit.

Blumendekoration in den Naumburger Stadtfarben Rot und Weiß schmückten die Bühne. Und neben dem formalen Teil ist es die Begegnung zwischen den Bürgern, welche die Freundschaft ausmacht. „Diese wird erleichtert dadurch, dass es sich um eine innerdeutsche Partnerschaft handelt“, betonte der OB.

Seit die Partnerschaft 1988 in der Stadt an der Saale feierlich besiegelt wurde — und die Naumburger allenfalls die Vision des freien Reisens hatten — habe sich viel verändert. „Am Anfang konnten die Beziehungen dementsprechend nicht gelebt werden. Das änderte sich mit der Wende, die eine Zeit grenzenloser Begegnungen eröffnete“, betonte Philipp.

Sein Naumburger Kollege, Oberbürgermeister Bernward Küper, hatte eine so lange Dankesliste im Gepäck, dass er beinahe kein Ende seines Grußwortes fand. „So vielseitig sind die Kontakte zwischen den Pfarrgemeinden, Chören, Sportvereinen, Ingenieuren und Unternehmern. Diese Partnerschaft wird von den Bürgern gelebt“, betonte Küper.

Kirschen und Printen sind heute die Symbole der Städtepartnerschaft. Und Küper verpasste keine Gelegenheit, die leckeren Öcher Printen zu loben, während er sich in das Goldene Buch der Stadt Aachen eintrug. Helga Heilig vom Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut erinnerte daran, dass der damalige Aachener Bürgermeister Dr. Jürgen Linden und der weltweit bekannte Kunstsammler Professor Peter Ludwig die Initiatoren der Städtepartnerschaft waren.

Dank an verdiente Aktivposten

„Wir wollen uns noch besser kennenlernen und die Freundschaften vertiefen“, betonte Stefanie Luczak, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees. Sie würdigte das langjährige Engagement auf Aachener Seite durch das Ehepaar Brigitte und Rolf Igel sowie Elke Crumbach und die Verdienste von Armin Müller, dem stellvertretenden Naumburger Oberbürgermeister. Armin Müller sei ein wichtiger Aktivposten des Austauschs. Und ausgerechnet am Festtag feierte er seinen Geburtstag.

Dr. Manfred Birmans, Präsident des Vereins Öcher Platt, kam in seinem herrlich lustigen Beitrag zum Schluss, dass auch die Stifterfigur des Naumburger Doms, Uta, und der Aachener Stadtpatron Karl der Große ein ganz hervorragendes Paar abgegeben hätten. Christian Schirner von der Naumburger Freiwilligen Feuerwehr fuhr mit seinem Aachener Kollegen Ralf Paulen per Feuerwehrwagen auf dem Markt vor. Natürlich gab es zur bleibenden Erinnerung auch ein Gruppenbild vorm Rathaus.

Die musikalische Untermalung der Feierstunde übernahm der gemischte Chor „Harmonie“ Naumburg unter Leitung von Sebastian Bürg mit einem internationalen Programm unter dem Motto „Singen macht Spaß!“. Zum Ausklang boten die Sänger das zur Partnerschaftshymne umfunktionierte Lied „An der Saale hellem Strande“ dar, das jeder Naumburger von kleinauf mitsingen kann. „30 Jahre sind wir Partner, sahen uns so manches Mal. Ob in Naumburg oder Aachen, Freunde gibt es allemal“, heißt es darin.

Im Anschluss an den Festakt folgten Führungen durch Dom, Schatzkammer und Ludwig Forum. Am Sonntag besuchten die Naumburger Freunde einen Gottesdienst im Dom. Die Vorfreude auf den Gegenbesuch der Aachener zum Kirschfest Ende Juni ist bereits groß. Auch die Stadtgarde Oecher Penn reist mit rund 130 Aktiven in die Partnerstadt.