Aachen: Nathalie macht gewiss nicht nur ihre Eltern stolz

Aachen : Nathalie macht gewiss nicht nur ihre Eltern stolz

Schulsprecherin, Vorstandsmitglied der Bezirksschülervertretung der Städteregion Aachen, Schülercoach und Sporthelfer, Leiterin des Arbeitskreises „Migration und Flüchtende“ im Tourismus- und Kulturausschuss der Städteregion Aachen, Hausaufgabenbetreuerin — und das ist nur ein Auszug aus der langen Liste von ehrenamtlichen Tätigkeiten, die die 17-jährige Nathalie Tuzolana bereits übernommen hat.

Für ihr Engagement wurde sie jetzt mit dem „Young Women in Public Affairs Award“ des Zonta-Clubs Aachen ausgezeichnet.

Für die Ehrung hatten sich Freunde, Mitschüler, Lehrer und Angehörige zu einer Feierstunde im Foyer des St.-Ursula-Gymnasiums eingefunden, wo Nathalie die 11. Jahrgangsstufe besucht. Schulleiter Patrick Biemanns durfte die Feierstunde für eine Schülerin zum wiederholten Mal ausrichten — Nathalie ist die fünfte Preisträgerin an seiner Schule. In seinem Grußwort richtete er das Augenmerk seiner Gäste auf den frisch renovierten Bodenbelag des Foyers. Tausende Schülerinnen seien in der Geschichte der Schule darüber geschritten, darunter auch Typen wie Nathalie. Sie sei etwas Besonderes, sagte Biemanns, weil sie mitdenke und die Mühe nicht scheue. Damit weise sie Qualifikationen auf, die Jugendlichen heute manchmal fehlten.

Dass ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet werde, sei ein wichtiges Zeichen für die Gesellschaft, betonte Bürgermeisterin Margrethe Schmeer. „An dieser Frau kommt keiner vorbei“, brachte es Renate Weidner, Präsidentin des Zonta-Clubs Aachen, auf den Punkt.

Dann durfte eine strahlende Na thalie Tuzolana die Urkunde aus den Händen von Tiraje Demirelli, der diesjährigen Juryvorsitzenden für den Award, entgegennehmen. Gleich doppelten Grund zur Freude gab es, denn Nathalie hat nicht nur auf lokaler Ebene die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung erhalten, sondern wurde für die gleiche Auszeichnung unter 15 Bewerberinnen aus den 15 Clubs aus NRW, den Niederlanden, England, Frankreich und Spanien auf den zweiten Platz gewählt. Auch dieser Preis ist mit 500 Euro dotiert.

„Ich möchte meine Eltern stolz machen, sie sind aus dem Kongo geflohen und haben viel für uns Kinder aufgegeben“, erzählt sie über ihre Motivation. Das Preisgeld steckt sie in ein Jugendkulturfest, das im kommenden Sommer stattfinden soll.

Außerdem möchte sie mit ihrem Engagement zeigen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund viel mehr erreichen können, als ihnen ihr Umfeld oft zutraut. Ihren eigenen Weg nach dem Abitur hat sie schon sehr klar vor Augen: Ein Business-Studium in Düsseldorf soll es werden.

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