Brand: „Nagel-Anschlag“: Stadt rückt jetzt mit Metalldetektoren an

Brand: „Nagel-Anschlag“: Stadt rückt jetzt mit Metalldetektoren an

High Noon auf dem Sportplatz: Im Schleichtempo rollt die Reinigungsmaschine um 12 Uhr über den Kunstrasen auf der Brander Anlage. Zentimeter für Zentimeter nehmen Andreas Pütz und seine vier Kollegen vom Stadtbetrieb den Strafraum unter die Lupe.

Genau dort hatten vor einer Woche Unbekannte mindestens 100 Nägel, zum Teil in besonders heimtückischer Art und Weise mit der Spitze nach oben, auf dem Boden verteilt.

Es dauert nur wenige Minuten, da werden die Fachmänner fündig: Ein weiterer Nagel liegt zwischen den dunklen Granulatkörnern. Bereits nach zwei abgefahrenen Bahnen sind fünf Nägel ins Sieb gefallen, am Ende der Schicht zählen die Mitarbeiter sogar 15 Stück.

Die nüchterne Erkenntnis des Tages lautet: Eine absolute Garantie, dass keine Nägel mehr auf dem Kunstrasenplatz liegen, kann noch nicht gegeben werden. Daher wird die Stadt am Mittwoch mit Metalldetektoren anrücken. Der Spiel- und Trainingsbetrieb läuft trotz allem weiter in Brand. Eine Platzsperre, versichern alle beteiligten Akteure, habe zu keiner Zeit zur Disposition gestanden.

„Das hier ist alles andere als Alltagsgeschäft für uns“, sagt Pütz, der als Vorhandwerker des Bereichs Sportflächen die Mission „Nagelsuche“ an diesem Dienstag auf der Anlage Wolferskaul leitet. Penibel nimmt der Trupp den Bereich in Augenschein. Da eine der beiden Spezialreinigungsmaschinen, die die Stadt für die insgesamt 15 Kunstrasenplätze im Stadtgebiet besitzt, derzeit in der Werkstatt steht, müssen Pütz und seine Kollegen den Fokus bei der Intensiv-Reinigung auf die beiden Strafräume legen.

Dort zieht die Maschine das Granulat über Bürsten ein und lässt es durch ein Sieb mit vier Millimeter großen Löchern wieder auf den Platz rieseln. Im Sieb sollen die Nägel hängen bleiben. Eigentlich. Doch nicht bei allen ist das an diesem Tag der Fall. Daher gehen stets zwei Arbeiter direkt hinter dem Fahrzeug — sozusagen als Absicherung des Trupps, der das Sicherheitsgefühl auf der Brander Anlage wieder stärken soll.

Raspo-Vorsitzende Walburga Decker beobachtet die Arbeit des Stadtbetriebs ebenso wie Geschäftsführerin Petra Vaterrodt und Platzwartin Helga Reisse. Hinter dem Verein, geben alle zu, liegen aufregende Tage. Nun sei die Hoffnung groß, dass mit der intensiven Reinigung und der für Mittwoch angesetzten Metalldetektor-Suche die Geschichte um den Nagel-Sabotageakt und seine Folgen bald abgeschlossen ist. Trotzdem staunen auch sie, dass immer noch einige Nägel auf dem Geläuf entdeckt werden. „Ich möchte, dass hier jeder Halm umgedreht wird“, sagt Decker.

Dafür tue die Stadt alles, versichert Björn Gürtler vom städtischen Presseamt. Spätestens mit dem Metallsuchgerät, das die Stadt extra für diesen Vorfall ausleiht und welches am Mittwoch zum Einsatz kommt, hoffe man, letzte Zweifel zu beseitigen, so Gürtler.