Aachen: Nach Übergriffen: Linksjugend übt scharfe Kritik an Polizei

Aachen: Nach Übergriffen: Linksjugend übt scharfe Kritik an Polizei

Auch knapp eine Woche nach den Übergriffen von Rechtsradikalen auf eine Demonstration gegen die europäische Flüchtlingspolitik bleibt das Thema präsent. Die Aachener Linksjugend hat sich am Freitag als Mitveranstalter der Demonstration nochmals geäußert und am Abend zu einer Demonstration vor dem Elisenbrunnen eingeladen.

Rund 120 Demonstranten machten dort am Abend mobil gegen rechte Umtriebe in der Region. Anschließend zogen sie bis zum Hauptbahnhof. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Die Linksjugend übte deutliche Kritik am Polizeieinsatz vergangenen Samstag. So sei die Polizei zu passiv gewesen, so dass es zum Zusammenstoß der 60 Demonstranten mit rund 15 Rechtsradikalen an der Adalbertstraße habe kommen können.

Diese hatten, wie der Vorsitzende der Linksjugend, Christian Walter, bei einem Kooperationsgespräch mit der Polizei am Donnerstag erfahren haben will, eine Kundgebung aus Solidarität mit der griechischen rechtsextremistischen Partei „Goldene Mörgenröte“ spontan angekündigt.

Laut Christian Walter war die Gruppe „eindeutig auf Krawall gebürstet“. Die Kundgebung wurde von der Polizei geduldet. Zwei Teilnehmer der rechten Demo wurden vorübergehend festgenommen, ein Polizist verletzt. Für die Linksjugend ist es unverständlich, warum der Zusammenstoß nicht früher und energischer unterbunden wurde.

Der Demonstrationszug endete seinerzeit ebenfalls am Hauptbahnhof. Viele Teilnehmer der Demonstration hätten sich zwischenzeitlich allerdings ins Autonome Zentrum zurückgezogen, da es in der Innenstadt einige Übergriffe von Neonazis auf erkennbare Antifaschisten gegeben habe.

Christian Walter betonte ausdrücklich, dass sich die Kritik nicht gegen die Einsatzkräfte vor Ort, sondern gegen die Polizeiführung richte, die das Problem organisierter rechter Gewalt in Aachen herunterspiele und auf der Gegenseite die Demonstranten verantwortlich für die Gewalt mache.

Das Kooperationsgespräch habe gezeigt, dass der Druck auf die Polizei derzeit groß sei. Das Verbot der Kameradschaft Aachener Land habe die Probleme nicht gelöst. „Statt eines losen Netzes einzelner Kameradschaften haben wir es jetzt mit einer gut organisierten Partei, die Rechte , zu tun“, so Walter.