Aachen: Nach Grusel-Clown-Attacken: Strafverfahren eingeleitet

Aachen : Nach Grusel-Clown-Attacken: Strafverfahren eingeleitet

Nach zwei Fällen in Aachen, bei denen als Clowns Kostümierte andere Menschen absichtlich erschreckt haben, ermittelt jetzt die Polizei. Bei den Vorfällen am Samstag war ein Radfahrer vom Rad gestürzt und verletzt worden.

Ein als Clown Maskierter war aus einem Gebüsch heraus vor das Rad des 21-Jährigen gesprungen, der die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und stürzte. Im zweiten Fall war ein 18-Jähriger über mehrere Straßenzüge von einem Clown beharrlich verfolgt worden, bis er den Verfolger abschütteln konnte.

Die Aachener Polizei kündigte am Montag dazu an, nun sei „Schluss mit lustig“. Andere Menschen zu erschrecken, ihnen sogar Todesangst zu machen, habe mit Spaß oder Halloween-Streichen nichts zu tun.

So ein Verhalten sei eine Straftat. So ermittele die Aachener Polizei im Falle des verletzten Fahrradfahrers auch wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. „Immerhin ein Verbrechenstatbestand nach Paragraf 315b des Strafgesetzbuches“, wie Polizeisprecher Paul Kemen erkärte. Bei einer Verurteilung könne für den „Clown“ eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr herauskommen.

Generell würden die Beamten grundsätzlich prüfen, ob der Tatbestand einer Körperverletzung vorliegt. Laut Paragraf 223 des Strafgesetzbuchs begehe derjenige eine Körperverletzung, der einen anderen an der Gesundheit beschädigt. Psychische Beeinträchtigungen könnten unter diesen Tatbestand fallen.

Nach den bekannten Aachener Vorfällen sind bislang zwei Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Denen gehen die Ermittler gezielt nach. Weitere Hinweise bitte über die Telefonnummer 0241/9577-42101 (außerhalb der Bürozeiten 0241/9577-34210).

(red/pol)