Aachen: Nach Großbrand: „Poco“-Lager jetzt in Baumarkt-Halle

Aachen: Nach Großbrand: „Poco“-Lager jetzt in Baumarkt-Halle

Nun ist dem ein oder anderen Kunden nicht unbekannt, dass der Inhalt nicht immer mit dem übereinstimmt, was auf der Verpackung steht. So prangt auf dem Dach des verwaisten Baumarkts zwischen Breslauer Straße und Elsassstraße zwar weiterhin der Schriftzug „Max Bahr“, doch schon die frische Beflaggung davor weist darauf hin, dass dort ein neuer Mieter eingezogen ist.

Nach dem Großbrand Anfang Juni in der 10.000 Quadratmeter großen Halle am Prager Ring hat der Möbeldiscounter „poco“ seit einigen Tagen eine neue Heimat für sein Außenlager gefunden. Das vorherige Lager war ebenso wie die Räume eines Fitnessstudios und weiterer Firmen in der Nacht vom 1. zum 2. Juni Opfer der Flammen geworden.

150 Feuerwehrmänner waren damals im Einsatz, um den größten Brand in Aachen seit mindestens 30 Jahren zu löschen. Wenige Tage später wurde ein 43-Jähriger Mann aus Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis) verhaftet, der versucht haben soll, den Möbel-Discounter zu erpressen. Dazu soll er vor der mutmaßlichen Brandstiftung in Aachen bereits am 22. Mai eine „poco“-Lagerhalle in Köln angezündet haben.

„Für uns ist es wichtig, dass wir nun wieder geordnete Lagerverhältnisse herstellen konnten“, sagt „poco“-Unternehmenssprecher Thomas Horschler gegenüber der AZ. Mit der seit dem vergangenen Jahr leerstehenden Immobilie, in dem zuvor die Pleite gegangene Baumarktkette „Max Bahr“ beheimatet war, habe man eine sehr gute Lösung gefunden, die „mindestens übergangsweise“ genutzt werde, so Horschler.

Das „poco“-Verkaufshaus an der Gut-Dämme-Straße war nicht vom Brand betroffen. Dort lief der Kundenbetrieb normal weiter. Allerdings mussten Menschen, die sich bei „poco“ in Aachen neue Möbelstücke kauften, in den vergangenen Wochen mit Verzögerungen rechnen, da der Discounter auf umliegende Lager ausweichen musste. „Die ganze Situation war für unser Unternehmen nicht einfach. Aber die große Masse unserer Kunden hat Mitgefühl und jede Menge Verständnis gezeigt“, sagt Horschler.

Wann und wie eine Sanierung des durch den Brand stark beschädigten Gebäudes am Prager Ring angegangen werden kann, ist derzeit nicht absehbar. Solange werde man in jedem Fall an der neuen Stelle bleiben, so Horschler. Das Lager ist bereits komplett in Betrieb, wird gerade noch mit jedem Tag weiter aufgefüllt. Mit insgesamt 105.000 Quadratmeter steht nun deutlich mehr Lagerfläche als zuvor zur Verfügung. „Daher konnten wir unser Personal in dem Bereich sogar um zwei auf 20 Beschäftigte aufstocken“, freut sich Horschler.

(sh)