Aachen: Nach Explosion in Gartenlaube: Mann erliegt Verletzungen

Aachen: Nach Explosion in Gartenlaube: Mann erliegt Verletzungen

Einen Tag nach dem schrecklichen Unglück in einer Gartenkolonie an der Hanbrucherstraße stehen die Ermittler der Polizei noch vor vielen ungeklärten Fragen. Was seit Freitagvormittag traurige Gewissheit ist: Ein vermutlich 65 Jahre alter Mann ist bei dem Brand in einer Gartenlaube am späten Donnerstagabend so schwer verbrannt, dass er am Folgetag seinen Verletzungen erlag.

Das teilte die Polizei am Freitag mit. Doch was genau geschah in der kleinen Laube nahe der Schanz? Bewohner berichteten gegenüber der AZ, sie hätten kurz nach Ende des EM-Halbfinales Deutschland gegen Frankreich gegen 23 Uhr einen lauten Knall wie bei einer Explosion gehört. Dies bestätigte schließlich auch die Feuerwehr, bei der der Notruf um 23.15 Uhr in der Leitstelle einging.

Die Gartenlaube ging nach der Explosion in Flammen auf. Foto: >Ralf Roeger

Vor Ort trafen sie auf zwei Passanten, die direkt zur lichterloh brennenden Laube gestürmt waren und den Mann mit schwersten Brandverletzungen aus den Flammen gezogen hatten. Dabei zogen sie sich selbst Rauchgasvergiftungen zu und mussten nach erster Behandlung an der Unglücksstelle ins Klinikum gebracht werden. Zwei weitere Personen, die die schrecklichen Szenen mitbekommen hatten, erlitten einen Schock und mussten ebenfalls stationär behandelt werden.

Der Mann hatte schwere Brandverletzungen. Im Krankenhaus starb er. Foto: Ralf Roeger

Doch wie kam es überhaupt zu dem schweren Brand in der Laube? Nach bisherigen Erkenntnissen der Feuerwehr und der Polizei ist offenbar eine Gasflasche in dem Gartenhaus explodiert, während der 65-Jährige sich darin oder unmittelbar davor befand. Dabei zog sich der Mann so schwere Verletzungen zu — der Verbrennungsgrad der Haut lag laut Feuerwehr bei 90 Prozent —, dass sein Leben trotz intensiver medizinischer Notfallversorgung letztlich nicht gerettet worden konnte.

Was seit Freitag feststeht: Das opfer war nicht der Besitzer des Gartenhauses. Warum er sich am Donnerstagabend in der Laube aufhielt, dazu kann die Polizei derzeit keine Angaben machen. „Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen“, teilte sie mit. Ebenso ist die genaue Brandursache weiterhin unklar. Handelte es sich etwa um die Gasflasche eines Grills? Fragen, die am Freitag noch nicht beantwortet werden konnten.

Die Feuerwehr bestätigte, dass insgesamt drei heiße Gasflaschen aus den Flammen geborgen und anschließend gekühlt worden seien. Die Gartenlaube brannte völlig aus. Mit drei C-Rohren rückten die Einsätzkräfte den Flammen zuleibe. Insgesamt waren neben dem Löschzug 1 und 3 der Berufsfeuerwehr auch der Löschzug Nord der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Daneben versorgten drei Rettungswagen und zwei Notärzte die Verletzten. Insgesamt waren zeitweise 53 Feuerwehrleute, Ärzte und Sanitäter im Einsatz, der bis 2.45 Uhr in der Nacht andauerte.

Da zudem parallel die Besatzung eines Rettungsdienstswagens einen Löschzug zur Unterstützung nach Walheim anforderte, da sie eine verletzte Person hinter einer verschlossenen Tür vermuteten, setzte die Leitstelle zwei weitere Löschzüge der freiwilligen Feuerwehr in Bereitschaft.