Aachen: Nach einem Jahr Richtfest beim neuen Polizeipräsidium

Aachen : Nach einem Jahr Richtfest beim neuen Polizeipräsidium

Oben in Geschoss vier des neuen Polizeipräsidiums rockte bereits am Vormittag die Jazz-Rock-Band der Landespolizei, dann kündigte Bandleader Hans Steinmeier mit freudigem Gesicht einen singenden Hauptkommissar an. Und tatsächlich stieß im gediegen-schwarzen Outfit der Aachener Kriminalhauptkommissar Oliver Schmidt zur Band und gab eine Sting-Komposition zum Besten.

Ganz schön bunt also, was da am Mittwoch im Hochtief-Rohbau an der Ecke Trierer und Debyestraße zwischen Kabeln und noch nicht verschalten Betonpfeilern vonstatten ging. Es gibt nur einen Grund, warum sich die ranghöchsten Polizeibeamten der Region samt ihrem Vorgesetzten, dem Aachener Polizeipräsidenten Dirk Weinspach, mit diversen Abgesandten des Innenministeriums NRW in luftiger Höhe treffen: ein Richtfest.

Richtfest des Polizeipräsidiums.

Denn bereits nach legendär kurzer Zeitspanne von nur einem Jahr galt es, die Fertigstellung des Rohbaus für das neue Polizeihauptquartier zu feiern. Das Fest wurde selbstredend traditionell und klassisch mit dem Richtspruch des Poliers, dem Aufsetzen des Richtkranzes auf das Gebäude und einer kleinen Ansprache der Aachener Bürgermeisterin Margrethe Schmeer begangen — eine Sache, die im goldenen Oktober allen Beteiligten sichtbar Spaß bereitete.

Das neue Gebäude an der Auffahrt zur A 44 — das Kataster verortet es im Ortsteil Brand — ist laut Hochtief-Projektmanagerin Silke Thielen mit einer Bruttogeschossfläche von rund .Quadratmetern ein ganz imposanter fünfgeschossiger Bau, bei dem dann für die Polizei 22.500 Quadratmeter an Mietfläche übrig bleiben, das sind etwa 4000 Quadratmeter mehr als im alten Präsidium in der Soers.

Für die rund 1200 Mitarbeiter wohl zunächst Platz genug, den sie allerdings erst im März 2019 beziehen werden können, berichtete Thielen unserer Zeitung. Zwar werden der Rohbauausbau ebenso bereits in einem Jahr, also im Oktober 2018, fertig sein, doch dann komme erst einmal der neue Mieter mit seinen spezifischen Einrichtungswünschen an die Reihe, der Umzug der Polizei aus der Hubert-Wienen-Straße in die Trierer Straße 501 wird dann im März 2019 beendet sein.

Neue Stellen

Vor der Taufe des Gebäudes gab es wie üblich Festansprachen. Das übernahm für den zwar angekündigten, dann aber verhinderten neuen Innenminister Herbert Reul, sein Innenstaatssekretär Jürgen Mathies. Mathies nahm die Gelegenheit war, den Kollegen vor Ort alsbald Erleichterung durch neue Kolleginnen und Kollegen zu versprechen. Die Eistellungszahlen von jetzt 2000 neuen Polizeischülern sollen nochmals um 300 aufgestockt werden.

Und quasi als Direkthilfe wolle man von Düsseldorf aus im kommenden Jahr 500 Polizeiangestellte einstellen — neue Mitarbeiter, die sodann die in der Alltagsarbeit gebundenen Polizeikräfte entlasten und dafür sorgen sollen, dass, so Mathies, die Polizei ihre Arbeit auf der Straße und an wichtigen Schaltstellen besser bewältigen könne. Aachens oberster Polizist, Präsident Dirk Weinspach, beschrieb das Modell, das man mit der Hochtief-Tochter „PPP Solutions“ ausgeknobelte hatte, nachdem die Stadt das Grundstück zweckgebunden verkauft hatte.

„Ich freue mich, das ist ein echter Meilenstein“ — nach diesem Bekenntnis beschrieb Weinspach die lange Findungsphase für das dann letztendlich gelungene Modellvorhaben, bei dem Hochtief mit PPP Solutions der Vermieter und das Land der Mieter des von den Aachener Architekten Hahn und Helten geplanten Präsidiums ist. Er freue sich auf die Schlüsselübergabe, sagte Weinspach, vor allem auch, weil „das hier ein offener Ort wird“. Im Gebäude ist eine Cafeteria geplant, natürlich gibt es im Keller die unverzichtbaren Hafträume. Es wird eine Station für Polizeihunde geben und eine Werkstatt für die Aachener Polizeiautos, der Mietvertrag läuft zunächst auf 20 Jahre.