Aachen: Mutter will nicht für Sohn zahlen: Haft

Aachen: Mutter will nicht für Sohn zahlen: Haft

„Irgendwann kann die beste Mutter auch nicht mehr und sagt mal nein“ - so beginnt eine nicht ganz bierernste Meldung der Aachener Polizei vom Mittwoch. Es ging um Alkohol, Geld und übermäßig strapazierte Mutterliebe.

Doch der Reihe nach: In der Nacht zum Mittwoch war ein 38-jähriger Aachener ein weiteres Mal betrunken in der Stadt unterwegs gewesen. Schließlich schlief er vor einem Hotel in der Innenstadt ein, Passanten riefen die Polizei.

Als die eingetroffenen Beamten die Personalien des Mannes überprüften, kam heraus, dass der Alkoholisierte mit zwei Haftbefehlen wegen Eigentumsdelikten gesucht wurde. „Folglich bekam der Mann zuerst im Polizeigewahrsam ein Dach über den Kopf“, berichtete Polizeisprecher Paul Kemen.

Als der Aachener am Mittwochmorgen seinen Blutallkohol einigermaßen abgebaut hatte, rief er seine Mutter an, ob sie ihm aus den Haftbefehlen mit 300 Euro auslösen könnte. Ansonsten müsse er „in den Knast“.

Doch anders als in vorausgegangen Fällen, in denen die Mutter stets helfend einsprang, sagte sie nun - „entgegen der freudigen Erwartung des Sohnes“, wie Paul Kemen es schilderte - nein. Auch Mutterliebe hat offenbar ihre Grenzen.

Den letzten Akt des Familiendramas beschrieb der Polizeisprecher so: „Schlagartig setzte beim 38-Jährigen Ernüchterung ein.“ Somit führte sein Weg in die benachbarte Justizvollzugsanstalt.

(red/pol)
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