Würselen: Mutmaßliche versuchte Kindesentführung: Kuriose Auflösung, zweifelsfreie Verwechslung

Würselen : Mutmaßliche versuchte Kindesentführung: Kuriose Auflösung, zweifelsfreie Verwechslung

Nach der Aufregung um eine mögliche Kindesentführung von Montagabend heißt es am Mittwoch Durchatmen und Aufatmen bei Eltern in Würselen. Die Polizei hat ermittelt. Der Fall ist geklärt. Kurios — aber zweifelsfrei.

Zur Erinnerung: Am Montagabend war die Polizei alarmiert worden. Es bestand der Verdacht, dass zwei Frauen ein zweijähriges Kind entführen wollten. Noch am selben Abend machte der Vorfall per WhatsApp die Runde. Die anderen Sozialen Medien folgten, bevor die Polizei den Sachverhalt mit den bis dahin vorliegenden Erkenntnissen verifizieren konnte, wie sie mitteilte.

Am Nachmittag dann, nach weiteren Zeugenbefragungen, der Durchbruch mit einer durchaus kuriosen Auflösung, einer Verwechslung: Laut Polizeiangaben hatten Bewohner eines Nachbarhauses Geschwisterbesuch aus der fernen Heimat. Zwei Frauen dieses Besuchs wollten mit der Familie einkaufen.

Deshalb warteten sie vor dem Haus auf das Familienfahrzeug — einem grauen Van mit dem die Schwägerin mit Kindern unterwegs war. Als der vermeintliche Wagen kam, ging eine der wartenden Frauen auf den Van zu, um der vermeintlichen Verwandten zu helfen. Sie öffnete die Tür hinter dem Fahrersitz und wollte den Zweijährigen herausheben. Als die Mutter schrie, bemerkte sie den Irrtum, dass es nicht das Auto der Schwägerin war.

Selbe Automarke, selbe Farbe

Sie entschuldigte sich in holprigem Deutsch und ging zu einem wartenden grauen Van — dem richtigen Auto. Damit fuhren sie weg. Nichtsahnend, was dieser Irrtum nach sich ziehen könnte. Während der zahlreichen Hausbefragungen klingelte die Polizei auch bei der Familie, die den Besuch hatte. Die Beamten schilderten den Sachverhalt und fragten, ob man etwas gesehen oder bemerkt habe.

Sofort gab sich eine Frau zu erkennen und sagte, dass ihr dies Missgeschick, eine Verwechslung, passiert sei. Es tue ihr leid, sie habe es nur gut gemeint und habe helfen wollen. Sie wurde entsprechend vernommen. Die Angaben sind glaubhaft, unter anderem stammen die Vans von derselben Automarke und haben ähnliche Farben.

Im Beisein der Polizei wurden zwischen beiden Familien später vermittelt. Die Frau habe sich entschuldigt und noch einmal betont, dass es sich um eine Verwechslung gehandelt habe und sie sich der Tragweite nicht bewusst sei.

Obwohl noch am Dienstagabend der Fall geklärt war, überschlugen sich in den Sozialen Netzwerken die Kommentare. Von hilfreich, unterstützend, über freundlich bis gehässig, fachlich, sachlich, fundiert bis hin zu Verschwörungstheorien sei alles dabei gewesen, wie die Polizei mitteilte.

(red/pol)