Kommentar zu höheren Buspreisen: Mut beweisen und auf die Preisbremse treten

Kommentar zu höheren Buspreisen : Mut beweisen und auf die Preisbremse treten

Der Kampf gegen Dieselfahrverbote läuft auf Hochtouren. Klar, da geht es vor allem um die „Big Points“ gegen das Gift in der Luft. Etwa, indem man den Aseag-Bussen Filter verpasst. Doch propagiert die Stadt ja seit Jahren auch, viele kleinere Maßnahmen durchzuziehen, um die Gesundheit der Bevölkerung besser zu schützen.

Ein Thema: Mehr Leute sollen vom Auto auf den Bus umsteigen. Dafür braucht es Anreize. Ein gutes ÖPNV-Netz etwa. Das ist in Aachen ausbaufähig. Ein weiterer guter Anreiz ist auch: Geld. Da tut der Aachener Verkehrsverbund, zu dem die städtische Aseag gehört, das genaue Gegenteil von reizen, nämlich abschrecken. Jahr für Jahr wird bei den Preisen Gas gegeben. Das läppert sich. Zwischen 2006 und heute sind die Tickets um mehr als 40 Prozent teurer geworden. Zum Vergleich: Die allgemeine Preissteigerungsrate lag in diesem Zeitraum nicht einmal bei 20 Prozent.

Statt die entsprechenden Vorlagen jedes Jahr rituell mit breiter Mehrheit durchzuwinken, wäre hier mal politischer Mut zur finanziellen Lücke gefragt. Der letzte Versuch in diese Richtung fuhr einst schnell wieder gegen die Wand. 2009 führte Rot-Grün ein innerstädtisches Ein-Euro-Ticket ein. Das kostet heute 1,70 und ab Januar 1,80 Euro. Und die Linke redet sich seit Jahren vergeblich den Mund fusselig, wenn es um billige Bustickets geht. Dabei gibt es reichlich Beispiele für fortschrittlichere Städte. Mannheim hat gerade die Preise drastisch gesenkt – fürs Einzelticket von 2,60 auf 1,80 Euro. In Wien gibt es eine Jahreskarte für 365 Euro. Da gibt es jetzt mehr Busjahreskarten als angemeldete Autos. In Aachen hingegen kostet die Monatskarte im Abo fast 60 und somit mehr als 700 Euro pro Jahr. Aachen ist doch immer gerne Musterstadt. Also dann mal los: beim Busfahren die Preisbremse treten. Denn der diesbezügliche Fahrplan ist in Sachen attraktiver ÖPNV völlig kontraproduktiv.

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