Aachen: Musikalisches Potpourri von Piaf bis Ravel im „Franz“

Aachen: Musikalisches Potpourri von Piaf bis Ravel im „Franz“

„What good is sitting alone in your room? Come to the cabaret“sang schon Liza Minelli in dem Musical „Cabaret“. Mit denselben Worten begrüßte die Entertainerin Katharina Schmidt ihr Publikum im „Franz“ am Marschiertor — und lud es ein, sich vollkommen im Glanz und Glamour der Showbühne zu verlieren und den tristen Alltag zu vergessen.

Der musikalische Abend stand ganz unter dem Motto „Liebe Lust und Leidenschaft“. Und dass sich Leidenschaft nicht nur in der Liederwahl widerspiegelt, wird spätestens klar, wenn man Schmidts Passion für die Bühne erlebt: „Ich liebe das Cabaret, den Applaus, das Scheinwerferlicht“, hauchte die ausgebildete Tänzerin ins Mikrofon. Nach einigen Jahren Bühnenabstinenz wagt sich Schmidt seit ein paar Jahren mit eigenen Soloprogrammen vor das Publikum und genießt sichtlich das Spiel vor der Menge.

Bei „Liebe, Lust und Leidenschaft“ bot sie dem Publikum ein vielversprechendes Potpourri aus weltweit bekannten Musicalhits, Schlagern, Popsongs und Chansons und wusste von fröhlich-frech, über hoffnungsvoll verliebt bis hin zu melancholisch verzweifelt jede Gefühlslage zu bespielen.

So entführte Schmidt des Öfteren nach Frankreich, machte Liebesgeständnisse mit „Je t‘aime mon amour“, sang eine Hommage an die Grande Dame der Chansons, Edith Piaf, oder schlenderte bei „Ganz Paris träumt von der Liebe“ durch die Stadt an der Seine. Einige Lieder im Programm sang Schmidt auf Englisch oder Französisch, die meisten jedoch im deutschen Originaltext oder in der Übersetzung. Im Musical-Genre schwankte sie mit Eliza Doolittle liebestrunken nach einem Ball nach Hause und verlor sich in „Memory“ aus dem Evergreen „Cats“ in Reminiszenzen an glücklichere Zeiten. Dann wiederum forderte die Entertainerin als junge Dame ganz selbstbewusst „Diamonds“ oder wollte in einem bekannten Schlager statt Schokolade lieber einen Mann.

Aber in einem Showprogramm zu dem Thema „Liebe“ darf natürlich auch Leises und Gefühlvolles nicht fehlen: In Bette Midlers „The Rose“ schlug Katharina Schmidt ganz sanfte Töne an und wunderte sich über den Schmerz, die Zerbrechlichkeit und Widerstandsfähigkeit der Liebe. Und obgleich manche Töne verfehlt und das stimmliche Volumen nicht immer ausgebaut wurde, schaffte es Schmidt mit ihrer Bühnenpräsenz, ihrer Ausstrahlung und den strahlend funkelnden Kostümen, das Publikum zu den bekannten Hits mitzunehmen.

Als Highlight hatte sie die professionelle Tänzerin Maria Athena Saake von der Aachener Tanzschule Erdweg für das Programm gewinnen können. In aufreizend roten Kostümen — ganz dem Song „Burlesque“ entsprechend — sorgte sie gemeinsam mit Tänzerinnen der Showtanzgruppe „Chili B‘s“ für große Begeisterung im Publikum. In ihren Solo-Tanzauftritten zu Liedern wie „A man‘s world“, oder Sinead O‘Connors gefühlvollem „Nothing compares to you“ kombinierte die Choreographin moderne Elemente mit klassischem Ballett. Besonderen Applaus wurde ihr beim anmutigen und temperamentvollen Flamenco zuteil, der mit den klackenden Kastagnetten und starken Bewegungen das Publikum berührte. Im zweifachen Sinne kulminierte schließlich das Showprogramm: Zu den Crescendo-Klängen von Ravels Bolero bewegten sich Saake und Schmidt ganz grazil und emotional, und bildeten damit einen passenden Abschluss zu einem Abend voll großer Emotionen.