Aachen: Musik aus Aachen beim Hollywood-Blockbuster „Black Panther“

Aachen: Musik aus Aachen beim Hollywood-Blockbuster „Black Panther“

Geldscheine stapeln sie noch nicht. Auch wenn das neue Musikstudio der beiden Aachener Tobias Breuer (24) und Mohamed Bouyalaoui (25) in einer ehemaligen Bank an der Theaterstraße steht. Hinter alten Tresortüren. Von hier aus haben sie schon ihren Song „Juke Jam“ für „Chance the Rapper“ featuring Justin Bieber in alle Welt katapultiert.

130 Millionen Mal wurde das Lied aus Aachen im Internet heruntergeladen. Spätestens seit jenem internationalen Erfolg können die jungen Kaiserstädter von ihrer Musik gut leben. Sogar einen Grammy gab es 2017 für das Album mit dem Sound aus Aachen.

Jetzt haben die Zwei erneut einen Coup in Los Angeles gelandet. Ihr Titel „I Am“ — ein düsterer, melancholischer Song mit kräftigen Beats und der berührenden Stimme von Jorja Smith — wurde vom amerikanischen Hip-Hop-Star Kendrick Lamar für den Soundtrack „Black Panther: The Album“ ausgewählt. Am Donnerstag startet der dazugehörige Film „Black Panther“ in den deutschen Kinos. Der von der Kritik hochgelobte Hollywood-Blockbuster hat in den USA bereits Vorverkaufsrekorde gebrochen.

„Wir sind überglücklich, dass diese Zusammenarbeit mit Kendrick zustande gekommen ist“, sagt Breuer. „Das war schon lange unser Traum.“ Persönlich getroffen hat man sich allerdings noch nie — der Komponist und der Musikmanager aus Aachen und der Rap-Weltstar aus Kalifornien. Nächste Woche gibt Lamar ein Konzert in der Köln-Arena.

„Dann können wir das hoffentlich nachholen“, erklärt Bouyalaoui. Der arbeitete gerade noch an seiner Bachelor-Arbeit im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der RWTH Aachen, als der kommerzielle Erfolg kam. Seinen Freund Tobias kennt er seit der fünften Klasse. Und fast genauso lange tüftelt der kreative Kopf an unverkennbaren Melodien und Sounds — wenn auch seit einiger Zeit nicht mehr in einer Computer-Ecke im heimischen Wohnzimmer. Die beiden sind Profis. Seit 2015 arbeiten sie mit Größen der Hip-Hop-Szene zusammen — darunter Mick Jenkins, Little Simz und Elhae. Allesamt in der Branche populär.

Eingefädelt wurde die neue, hoffentlich noch einträglichere Co-Produktion in Sachen „Black Panther“ ausschließlich via E-Mail.„Wir haben vergangenes Jahr ein ganzes Paket mit Melodien und Songs zu Kendrick Lamar nach Los Angeles geschickt — da wussten wir noch gar nichts davon, dass er Musik für einen Blockbuster-Soundtrack für die Marvel Studios suchte“, schildert Breuer.

Massenhaft Daten: rund 25 Tonspuren à 50 Megabytes pro Song. Die Amerikaner waren begeistert, man kam ins Geschäft. Im Herbst 2017 kristallisierte sich heraus, welch riesiger Coup sich da anbahnte. „Das ist natürlich eine ganz andere Stufe öffentlicher Aufmerksamkeit, wenn man Teil eines so gigantischen Projekts wird“, freut sich Bouyalaoui. Nun sind die Aachener gespannt, wie die Songs des Soundtracks in den Kinofilm eingebaut wurden. Die Filmmusik selbst wurde von Ludwig Göransson komponiert — der, passend zum Afrika-Thema des Science-Fiction-Streifens, viele Trommelklänge vom schwarzen Kontinent integriert hat. 14 Titel sind indes auf Lamars Film-Soundtrack „Black Panther: The Album“ verewigt.

Vor einer Woche erschien das Werk digital und auf CD. Natürlich wiederum rund um den Globus. Und ein — wenn auch kleiner — Anteil des Multi-Millionen-Dollar-Filmgeschäfts fließt nach Aachen. Stapeln müssen Tobias Breuer und Mohamed Bouyalaoui — die bei „Warner Chapell“ unter Vertrag sind und einen eigenen Verlag gründen — ihr Geld dann auch nicht. Darum gehe es auch nicht, beteuern die Künstler. Aber sie könnten es, dank eigener Bank.

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