Aachen: „Music, Stylez and Culture“: Jede Menge Hip-Hop und Graffiti

Aachen: „Music, Stylez and Culture“: Jede Menge Hip-Hop und Graffiti

Nachdem im letzten Jahr das Projekt „Music, Stylez and Culture“ des Kingz Corner e.V. durchweg positive Resonanz erhielt, wurde es in diesem Jahr neu aufgelegt.

Insgesamt 30 Teilnehmer zwischen 16 und 20 Jahren — teils Aachener, teils Flüchtlinge — entwickelten über zehn Tage hinweg eigene Songs, erstellten Graffitikunstwerke und lernten nebenbei quasi von selbst, sich interkulturell zu sensibilisieren. Am Samstagabend fand nun im Kingz Corner das Abschlussfest statt.

Sebastian Walter, Leiter der Einrichtung, erklärte, wie die Workshops abliefen: „Die Jugendlichen haben unter der Anleitung von Dozenten eigenständig Ideen entwickelt.“ Dafür wurden sie in drei Gruppen eingeteilt, die sich täglich von 14 bis 19 Uhr trafen. Zehn der Jugendlichen produzierten in der Gruppe „Music“ Rapsongs mit eigenen Texten mit Hilfe des Aachener Rappers Stevenhill. Die Lieder wurden im hauseigenen Tonstudio aufgenommen und sollen demnächst auf einer CD erscheinen.

Das zweite Drittel ließ bei „Stylez“ unter der Aufsicht des Aachener Streetart-Künstlers Matthes „Lazy 65“ Straetmans ihrer kreativen Ader freien Lauf. Das Ergebnis: eine Vielzahl von Graffiti-Kunstwerken. Die Darstellungen und Motive reichen von der „Mutter Afrika“ bis zur Friedensbotschaft.

Schließlich kümmerten sich in der Gruppe „Culture“ weitere zehn Jugendliche unter Leitung von Emilene Mudimu vom Kingz-Corner-Vorstand um die Organisation und Ausgestaltung des Abschlussfestes. Bei dieser Abendveranstaltung wurden nicht nur die einzelnen Kunstwerke ausgestellt, sondern auch die verschiedenen Songs live aufgeführt.

Bürgerstiftung mit im Boot

Gesponsert wurde das Projekt von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen. Vorstandsmitglied Norbert Greuel betonte, dass die Stiftung gerne einen finanziellen Beitrag leiste, denn „nach der Euphorie letztes Jahr muss jetzt auch tatsächliche Integrationsarbeit geleistet werden.“ Das bemerkenswerte Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes sei ein entscheidender Schritt in diese Richtung.

Dass die Jugendlichen sehr viel Spaß an der gemeinsamen Arbeit hatten, war schwer zu übersehen. Die 16-jährige Nathalie Tuzolana stieß am Dienstag als Sängerin zu zwei Rappern dazu und fand sich sofort bestens aufgehoben. „Ich gehe eigentlich auf eine Mädchenschule und deshalb waren die beiden Jungs so wie große Brüder für mich“, erzählte sie.

Damit die Ergebnisse des Projektes auch für die Nachwelt erhalten bleiben, haben Tim Strijbos und Tim Heinzel, die zusammen das Duo „Lutian Films“ bilden, das Ganze in einem Film festgehalten, der in absehbarer auf der Homepage des Kingz Corner hochgeladen werden soll. Die beiden sind zwei Tage vor dem Fest spontan dazugestoßen und haben sich ohne zu zögern bereit erklärt, ihre Kameras laufen zu lassen.

Und auch in Zukunft wird die vielversprechende Zusammenarbeit von jungen Flüchtlingen und Aachener Jugendlichen weitergehen: In Kooperation mit dem Theater Aachen soll Anfang nächsten Jahres ein Schauspielprojekt unter dem Titel „Face to face“ realisiert werden.