Aachen: Mullefluppet-Preis geht an Franz-Dieter und Heinz-Peter Ramrath

Aachen: Mullefluppet-Preis geht an Franz-Dieter und Heinz-Peter Ramrath

Das Rezept ist so einfach wie überzeugend: Humor! Natürlich! Und eine ausgeprägte Liebe zu Aachen. Eine deutliche Prise Schlitzohrigkeit. Das Herz am richtigen Fleck. Das macht einen echten Mullefluppet aus. Und diese Eigenschaften kennzeichnen auch Heinz-Peter und Franz-Dieter Ramrath.

Die „besten Brüder der Welt“, wie sie sich — zu diesem Anlass selbstverständlich erlaubt! — ganz unbescheiden nennen, sind die Mullefluppet-Preisträger 2018! Das klingt einleuchtend und einfach, doch so unkompliziert ist es in der Tat nicht, Mullefluppet-Preisträger der Aachener Zeitung zu werden.

Mullefluppet Foto: Andreas Steindl

Denn vor dem großen Tusch kommt traditionell die große Verwirrung. Antragungen des Mullefluppetpreises folgen einer besonderen Dramaturgie: zunächst absolute Ahnungslosigkeit der Kandidaten, Verwirrspiel und Auflösung. Eine Vorstellung in drei Akten. Lustspiel und Komödie in bestem Sinne. Doch der Reihe nach...

Mullefluppet Foto: Andreas Steindl

Das ganz normale Geschäft

Mullefluppet Foto: Andreas Steindl

Ein auf den ersten Blick ganz normaler Abend im „Knipp“ am Bergdriesch. Heinz-Peter Ramrath steht in der Küche der Traditionsgaststätte und zaubert — Steak vom Weiderind, Roastbeef oder für den kleinen Hunger Räucherlachs an jahreszeitlichem Salat. Das ganz normale Geschäft.

Mullefluppet Foto: Andreas Steindl

Bruder Franz-Dieter zapft das kühle Helle, der Laden tut das, was er auch sprichwörtlich soll: Er brummt! Dazu trägt auch eine gesellige Runde bei, die einen kompletten Tisch reserviert hat: das Mullefluppet-Kuratorium — Choreografin Marga Render, Ina Gröbner (Thouetpreisträgerin und Mundartschauspielerin) Christian Mourad (Eventmanager), Musiker Dieter Kaspari, Michael Cosler (Marketingfachmann des Zeitungsverlages Aachen) und AZ-Redakteur Robert Esser.

Mullefluppet Foto: Andreas Steindl

Mit der Familie Ramrath, die den „Knipp“ seit gefühlten Jahrhunderten führt, ist vereinbart, dass an diesem Abend der Mullefluppetpreis angetragen werden soll. Angeblich auserkorener Preisträger: Stadtpressesprecher Bernd Büttgens! Der ist ins „Knipp“ eingeladen worden, und der ist wie alle vorherigen Preisträger zunächst in völliger Unkenntnis des Kommenden unterwegs — glauben die Ramraths.

Irgendwie gemein

Irgendwie auch gemein, wie die Familie da hinters Licht geführt wird. Vermeintlich sind sie Teil der Verschwörung, in Wahrheit aber Objekt der Täuschung! Denn Bernd Büttgens ist natürlich eingeweiht in das perfide Spiel, das sich das Kuratorium ausgedacht hat. Und der Abend nimmt seinen geplanten Verlauf — denken die Ramraths, die sich weiter um ihre Gäste kümmern.

Allerdings ist das für Heinz-Peter und Franz-Dieter ein zumindest partiell befristeter Job. Denn als Robert Esser ankündigt, unter großem Beifall aller „Knipp“ -Gäste das Geheimnis lüftet, kennt der Gratulationsreigen keine Grenzen, muss die Arbeit kurzfristig ruhen. Nicht „Mitverschwörer“ Bernd Büttgens wird Mullefluppetpreisträger, sondern die Ramrath-Brüder selber. Tusch!

„Wir haben wirklich absolut nichts geahnt“, zollt Heinz-Peter dem Mullefluppet-Drehbuch höchstes Lob — und verdrückt sich das ein oder andere Freudentränchen. „Das ist gelungen.“ „Dass wir als Brüder zusammen ausgewählt wurden, ist natürlich sensationell“, pflichtet Franz-Dieter Ramrath bei. Und weiß: So etwas hat es in der Geschichte des Mullefluppetpreises noch nicht gegeben. „Darauf sind wir sehr stolz!“

Der Familienrat wird sofort nach der Auflösung des Geheimnisses zusammengerufen, die Entscheidung steht: Außerplanmäßig wird der „Knipp“ am Donnerstag, 8. November, geschlossen bleiben. Zur Mullefluppetpreisverleihung im Saalbau Kappertz sollen die ganze Familie und viele, viele Freunde kommen. Da muss die Arbeit ruhen. Die Vorbereitungen laufen, Franz-Dieter und Heinz-Peter versprechen: Wir tun unser Bestes, damit das ein unvergesslicher Abend wird. Glückwunsch!

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