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Aachen: Münsterwald: Startschuss für Bau von fünf Windrädern

Aachen : Münsterwald: Startschuss für Bau von fünf Windrädern

Knapp ein Jahr nach den umfangreichen Rodungsarbeiten werden im Münsterwald gleich nach Karneval die Bautrupps anrücken. Allerdings sollen laut Stawag zunächst nur fünf der eigentlich geplanten sieben heftig umstrittenen Windkraftanlagen errichtet werden — und zwar jene, deren Standorte von Aachen aus gesehen auf der rechten Seite der Himmelsleiter liegen.

„Wir starten mit diesen Anlagen in einer Art erstem Bauabschnitt“, erklärt dazu auf Anfrage Stawag-Sprecherin Eva Wußing. Man gehe davon aus, dass die Maßnahme in Teilschritten einfacher und schneller zu realisieren sei. Auf diese Weise könne man die ersten fünf der fast 200 Meter hohen Windräder auf jeden Fall noch in diesem Jahr bauen.

Sie sollen, so kalkuliert man bei der Stawag, im Herbst dieses Jahres ans Netz gehen, wofür rund 30 Millionen Euro investiert werden. „Und dann müssen wir sehen, ob die beiden anderen Anlagen möglicherweise erst im nächsten Jahr errichtet werden.“ Womit diese zwei Anlagen dann wohl nicht mehr so lukrativ werden. Denn im nächsten Jahr gelten neue Förderbedingungen für Windenergie. „Ab 2019 ändern sich die Fördermechanismen komplett, dann müssen wir vieles neu kalkulieren“, räumt Wußing ein. Doch heiße das nicht, dass sich die zwei weiteren Anlagen dann nicht mehr lohnten.

Allerdings räumt die Sprecherin ein, dass „der Zeitdruck sehr groß ist“. Denn eigentlich hätten die Stawag und ihr Projektpartner, der Windparkplaner „juwi“, im Münsterwald schon längst loslegen wollen, nachdem man vor einem Jahr rund 100.000 Bäume für die Windkraftflächen gefällt hatte. Doch der juristische Widerstand der Gegner eines Windparks im Münsterwald machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Die Bürgerinitiative „Rettet den Münsterwald“ formierte sich, und über den Dachverband Landesgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU), dem die Initiative über den Verein Natur- und Landschaftsschutz Nordeifel angehört, wurde Klage gegen die städtische Genehmigung des Windparks eingereicht.

Im Eilverfahren unterlagen die Gegner des Projekts vor Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht, doch wollte man bei der Stawag doch noch das Hauptsacheverfahren abwarten. Und das dauerte. „Wir hatten mit einem schnellen Urteil gerechnet, doch dann zog sich das bis Dezember“, blickt Wußing auf das Urteil des Aachener Verwaltungsgerichts vom 1. Dezember zurück, das die Genehmigung des Windparks ebenfalls für rechtens erklärte.

Dass die Gegner des Parks vor rund zwei Wochen auch gegen dieses Urteil Berufung beantragt haben, weil sie nach wie vor nicht nur natur- und tierschutzrechtliche, sondern auch große planungsrechtliche Bedenken gegen das Projekt hegen, ficht die Stawag nun aber nicht mehr an. „Wir haben grünes Licht von unseren Juristen erhalten“, sagt Wußing. Die Urteilsbegründung sei geprüft worden, außerdem seien weitere Urteile in ähnlichen Fällen ergangen — weshalb die Stawag sich auf der sicheren Seite wähnt und die positiven Aspekte in den Vordergrund rücken möchte. „Der Windpark Münsterwald wird einen sehr wichtigen Beitrag zur Versorgung der Stadt Aachen mit grünem Strom leisten“, sagt Stawag-Vorstand Dr. Peter Asmuth. Jährlich sollen diese Anlagen Strom für 12.500 Haushalte erzeugen.

Bis es so weit ist, gibt es jedoch zunächst Beeinträchtigungen, die auch den Verkehr auf der Himmelsleiter, der wichtigen B258, betreffen. Nach Karneval wird eine Beschilderung eingerichtet, die die Ein- und Ausfahrt in den Wald regelt, ab Ende Februar soll dort dann auch eine Ampelanlage installiert werden. Man wolle die Belastung so gering wie möglich halten, heißt es. So soll beispielsweise die Anlieferung der riesigen Bauteile in die „Randzeiten des Berufsverkehrs“ verlegt werden.

Ausgleich am Entenpfuhl

Und es soll aufgeforstet werden. Die Hälfte der gerodeten Fläche werde mit höherwertigen Baumarten neu bepflanzt. Außerdem sind vor Ort Maßnahmen für die Wildkatze und die geschützte Geburtshelferkröte vorgesehen. Und auch anderswo soll sich der Windpark auswirken. Denn zu den Ausgleichsmaßnahmen gehört es ebenso, dass im Bereich Entenpfuhl 25.000 Quadratmeter Wald aufgeforstet werden.