Aachen: Moschee soll mehr sein als ein Haus fürs Gebet

Aachen: Moschee soll mehr sein als ein Haus fürs Gebet

Schon von weitem ist der Rohbau der Yunus-Emre-Moschee an der Ecke Stolberger Straße/ Elsassstraße zu sehen. 6000 Quadratmeter ist das Gebäude groß, das Minarett ist etwa 40 Meter hoch. Und auch drinnen wirkt der große Gebetsraum, der noch ein rundes Loch im Dach hat — dort soll die Kuppel hinkommen —, imposant.

500 bis 600 Gläubige sollen dort Platz zum Beten haben, erklärt Abdurrahman Kol, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde Aachen, der die Mitglieder des Planungsausschusses am Donnerstag durch die Räume führt.

Der Gebetsbereich ist im Erdgeschoss lediglich 400 Quadratmeter groß, auf der Empore — dort beten die Frauen unter sich — sind noch ein mal 200 Quadratmeter Platz. Dazu gibt es Seminarräume, Verwaltungsräume, eine Bibliothek, einen Mehrzweckraum, einen Raum für ein Lokal für Besucher und einen gewerblichen Bereich — diese Räume möchte die Gemeinde an Dienstleiter, etwa Ärzte, Anwälte oder eine Apotheke vermieten. Zusätzlich soll es im Obergeschoss zwölf Sozialwohnungen mit ein bis zwei Zimmern geben.

Insgesamt hat die 800 Mitglieder starke Gemeinde für den Bau sieben bis acht Millionen Euro eingeplant — allein aus Spenden und Mitgliedsbeiträge. Lediglich für die Wohnungen hat man geförderte Kredite aufgenommen. Ziel der Gemeinde ist aber, dass es am Ende günstiger wird. „Bisher haben wir 3,6 Millionen Euro ausgegeben. Wir glauben, dass wir es schaffen, für die ausstehenden Arbeiten nur 2,5 Millionen Euro auszugeben“, sagt Kol. Damit würde man die Gesamtkosten auf 6,1 Millionen Euro drücken. „Viele unserer Gemeindemitglieder sind Handwerker. Die packen mit an, damit wir das schaffen“, sagt Kol.

Im Zeitplan hängt man bereits ein wenig hinterher. Eigentlich sollte das Gotteshaus Ende dieses Jahres fertig werden. Nun hofft Kol darauf, dass man bis Mitte nächsten Jahres fertig wird. Die Verzögerungen hätten vorwiegend am Wetter gelegen. Ein wichtiges Element soll in Kürze gebaut werden: die Glaskuppel. Kol möchte bald den entsprechenden Auftrag eine fachkundige Firma vergeben. Die meisten — normalen — Fenster sind bereits drin, Türen folgen bald. Zudem werden die Außenwände gedämmt und die Elektro- und Heizungsinstallation angegangen.

Aynur Özdemir erklärte, dass die Moschee mehr als ein Gebäude für Gebete sein soll. Dort soll „Begegnung“ stattfinden, man wünscht sich einen „interreligiösen Dialog“. Zudem wird es Angebote für Kinder (etwa Leseförderung), für Jugendliche (zum Beispiel ein Offener Jugendtreff) und Erwachsene (religiöse Bildungsarbeit) geben. Ältere Muslime sollen „bedarfsgerecht und glaubenssensibel“ betreut werden, sagt Özdemir.