Aachen: Mordversuch mit Hantelstange in der JVA

Aachen: Mordversuch mit Hantelstange in der JVA

Der Gefängnistransporter war im Schnee stecken geblieben, auch der Verteidiger kam später: Das Aachener Schwurgericht musste eine Stunde warten. Verhandelt wurde am Mittwoch vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl der versuchte Mord an einem Häftling in der Aachener Justizvollzugsanstalt am 4. September 2011.

Laut Anklage hatte der Häftling Blerim L. (40) an diesem Tag vor, auf dem Weg zum Freigang einen Mithäftling zu töten. Auf dem Treppenabgang des Hauses V der Aachener JVA habe der aus Tirana (Albanien) stammende Gefangene eine Hantelstange genommen und den Mithäftling, der vor ihm ging, von hinten niedergeschlagen.

Die massive Stange sei in ein Geschirrtuch eingewickelt gewesen, hieß es in der Anklageschrift. Über seine Motive, so Verteidiger Ralf Bleicher, wolle sein Mandant erst am kommenden Verhandlungstag Stellung nehmen.

Ein zweiter Mithäftling hatte sich eingemischt und weitere Schläge verhindern wollen, er erlitt von den Schlägen Blutergüsse an den Unterarmen. Auch ein dritter Häftling kam dem Opfer zu Hilfe. Deswegen werden weitere Taten verhandelt. Letztlich gelang es aber erst dem Wachpersonal der JVA, den Täter zu bändigen.

Das Opfer ist inzwischen auf freiem Fuß und tritt als Nebenkläger in dem Prozess gegen L. auf. Auch er konnte keine Auskunft darüber geben, aus welchen Motiven die Knast-Attacke auf ihn ausgeführt wurde.

Der Prozess wird am 25. März ab 9 Uhr im Aachener Landgericht fortgesetzt. Der Angeklagte will sich dann zu der Tat äußern, erklärte sein Verteidiger.

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