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Digital durch die gute Stube Aachens: „Montags im Museum“ bietet spannende Einblicke

Digital durch die gute Stube Aachens : „Montags im Museum“ bietet spannende Einblicke

Immer montags um 16 Uhr gibt es auf Facebook (Route Charlemagne und Museumsdienst Aachen) und Instagram (Museumsdienst Aachen) spannende Einblicke ins Haus sowie Wissenswertes zu Hintergründen und Kurioses zu einzelnen Exponaten.

In der ersten Folge erklärt die Leiterin des Couven-Museums, Carmen Roebers, die Geschichte des Hauses. Der Apotheker Adam Coebergh baute ab 1662 das Haus am Hühnermarkt, wo er die Adler-Apotheke einrichtete. Nachdem Andreas Monheim das Gebäude im Jahr 1783 erworben hatte, ließ er es drei Jahre später durch den Architekten Jakob Couven umgestalten.

1951 kaufte die Stadt Aachen das Haus von der Familie Quadflieg. 1958 wurde hier das Couven Museum eröffnet. Es gilt auch als die „Gute Stube Aachens“, zeigt die Wohnkultur im 18. und 19. Jahrhundert. Mobiliar und Alltagsgegenstände vermitteln anschaulich Geschichte für Besucher aller Generationen.

Einen Einblick in das alltägliche Leben um 1850 gewinnt man in der Küche: Die Ausstattung zeigt die technischen Fortschritte des 18./19. Jahrhunderts: einen gusseisernen Kohleherd, der weniger Brennmaterial als offene Feuerstellen benötigte, die Wasserpumpe am Blausteinbecken, die zur Erleichterung des Alltags beitrug, weil man das Wasser nicht mehr vom Brunnen holen musste. Kaffeemühle und -röster verweisen auf die Luxusgetränke damaliger Zeit: Kaffee, Tee und Schokolade waren den fürstlichen Höfen vorbehalten gewesen, bis sie im 18. Jahrhundert ins bürgerliche Umfeld gelangten. Gleichwohl war der Haushalt immer noch mit körperlichen Anstrengungen verbunden, wie die schweren Bügeleisen vermuten lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Reihe ist die Adler-Apotheke. Sie wurde seit 1662 über vier Generationen von der Familie Coebergh geführt. 1783 übernahm Andreas Monheim das Geschäft. Er beauftragte 1783 Jakob Couven, den Sohn des berühmten Rokoko-Architekten Johann Joseph Couven, mit der repräsentativen Neugestaltung des Wohn- und Geschäftshauses, das bis 1939 in Familienbesitz blieb.

Gewürze und Wein

In ihrer Apotheke verkauften die Monheims nicht nur Heilmittel, sondern auch Gewürze, Wein, Bienenwachs und Schokolade. Die wichtigsten Hilfsmittel waren der Mörser und die Waage, fertige Arzneien und Grundstoffe wurden in prachtvollen Gefäßen aufbewahrt.

Faszinierend sind die Fliesenzimmer, die Belinda Petri im Detail vorstellt. Die beiden Räume des Hauses „Zum Lindenbaum“ gehören erst seit 1961 zum Museum. Zuvor war dieses Gebäude ein eigenständiges kleines Wohnhaus, in dem einst ein Barbier und Wundarzt, dann verschiedene Handwerker ihre Geschäfte betrieben.

Heute sind hier rund 6000 Fayence-Fliesen der Aachener Sammler Peter und Irene Ludwig zu bestaunen. Das obere Zimmer dominieren Fliesenbilder aus der Rotterdamer Werkstatt des Jan Aalmis. Fayence-Fliesen des 16. bis 19. Jahrhunderts schmücken den unteren Raum in der Art eines Musterbuchs. Die kobaltblauen, von chinesischem Porzellan inspirierten Fliesen mit weißem Grund sind vielfach älter als die manganvioletten, die sich erst im 18. Jahrhundert durchsetzten.

www.couven-museum.de