Aachen: Mobilitätsausschuss beschließt Maßnahmen zum Fahrradverkehr

Aachen: Mobilitätsausschuss beschließt Maßnahmen zum Fahrradverkehr

Der Mobilitätsausschuss hat den Maßnahmenplan Radverkehr einstimmig beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt, beim Land Nordrhein-Westfalen Fördermittel zu beantragen, um die Lücken im Radwegenetz zunächst auf dem Alleenring zu schließen.

„Wir möchten damit viel mehr Menschen dazu bewegen, das Fahrrad zu benutzen”, erklärte Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. „Der Luftreinhalteplan ist der gesetzliche Rahmen, in dem dies geschieht, denn in Aachen wurden die EU-Grenzwerte der Feinstaubbelastung überschritten. Aber es sind auch immer mehr Menschen bereit, auf das Fahrrad umzusteigen. Es muss schnell, komfortabel und sicher sein”, so Nacken.

Die Unfälle mit Radfahrern seien bedauerlicherweise unverändert hoch: Im letzten Jahr verunglückten 275 Menschen mit dem Zweirad. „Wir brauchen Maßnahmen, um das Fahrradfahren sicherer zu machen”, erklärte die Dezernentin.

Rund 10 Prozent der Verkehrswege werden in Aachen derzeit mit dem Fahrrad zurück gelegt. „Wir möchten uns als fahrradfreundliche Stadt profilieren”, erklärte Christiane Gastmann, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen. Die Stadt ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen. In den Jahren 2002 bis 2006 wurden von den insgesamt 16 Millionen Euro, die in Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen flossen, 1,7 Millionen Euro für eine Verbesserung des Radverkehrs ausgegeben.

Zu den Maßnahmen, für deren Planung der Mobilitätsausschuss heute grünes Licht gegeben hat, gehört beispielsweise eine Veränderung der Aufteilung der Fahrspuren auf der Junkerstraße. Bergauf soll der KfZ-Verkehr künftig einstreifig geführt werden - neben einem neuen Schutzstreifen für Radfahrer. Bergab bleibt alles unverändert. Die Lagerhausstraße erhält einen Radfahrstreifen und wird vom Marschiertor Richtung Hauptbahnhof ebenfalls einspurig gestaltet, die Linksabbiegerspur Richtung Wallstraße bleibt erhalten.

Außerdem wird eine neue Mittelinsel am neuen Domizil des VdK geschaffen. Die Römerstraße erhält Schutzstreifen auf beiden Seiten, bleibt aber vierspurig. Die Parkstände fallen weg, werden aber in der Hackländerstraße neu geschaffen werden. Richtung Normaluhr wird ein Schutzstreifen auf der Fahrbahn markiert, der vor der Ampel links neben der Rechtsabbiegespur geführt wird. Auf der Wilhelmstraße werden die Fahrspuren enger gestaltet, um Platz für einen Schutzstreifen Richtung Kaiserplatz zu gewinnen. An der Ampel am Kaiserplatz wird der Schutzstreifen am rechten Fahrbahnrand geführt. „Unser Ziel ist es, den Radverkehrsanteil in Aachen deutlich zu erhöhen - auf 15 bis 20 Prozent”, hofft Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement bei der Stadt Aachen.

Sofern der Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung im Jahr 2011 - wie erwartet - eintrifft, könnten in der 2. Hälfte des Jahres 2011 mit den Arbeiten begonnen werden. Die Kosten betragen rund 400.000 Euro für den Alleenring.

Mehr von Aachener Zeitung