Aachen: Mit der Zeitmaschine auf sieben spannenden Reisen ins Mittelalter

Aachen: Mit der Zeitmaschine auf sieben spannenden Reisen ins Mittelalter

Nein, noch läuft nicht alles komplett rund. Schulleiterin Irma Wüller und Regisseurin Tatjana Jurakowa atmen bisweilen tief durch, während „ihre“ Kinder die einzelnen Stationen proben. Und doch: Deutlich kristallisiert sich heraus, dass rund 1400 Zuschauer vom 1. bis 4. Mai in der Aachener Domsingschule eine höchst unterhaltsame Zeit erleben werden.

So viele Gäste werden es ungefähr sein, die in sieben Vorstellungen „Kaiser Karls Lausbuben“ geboten bekommen. Das Musical stellt für die Schule einen absoluten Höhepunkt des Karlsjahres dar. Kein Wunder, geht die Domsingschule doch auf die zu Karls Zeiten gegründete „Schola Palatina“, die Palastschule, zurück.

Und das war dann auch der Anlass für den Aufwand, der beträchtlich ist. „Es war klar, dass wir im Karlsjahr etwas ganz Besonderes machen wollten“, sagt Irma Wüller. Sie konzipierte mit ihrem Mann Martin — bekannt unter anderem als eine tragende Säule der „Capella a Capella“ — schließlich das Musical.

Domorganist Professor Michael Hoppe machte sich ans Komponieren und sorgte für einen ebenso flotten wie außergewöhnlichen Stilmix. Der lateinische Choral ist an einigen Stellen herauszuhören, an anderen swingt es, und einen Rap gibt es auch noch. Inhaltlich sollte laut Wüller die Brücke über 1200 Jahre geschlagen, eine Verbindung von damals und heute hergestellt werden.

Das funktioniert mit einer Zeitreise. Kurzfassung: Einige forsche Domsingschüler haben in der Pause per Fußball eine wertvolle Scheibe im Kreuzgang zerdeppert. Also verkrümeln sie sich lieber, bis sich die Aufregung gelegt hat. Ihr Versteck entpuppt sich als geheimer Raum, der schnurstracks ins Mittelalter und an die Schola Palatina führt. Nun lernen Schüler zweier Epochen einen gänzlich unterschiedlichen — aber irgendwie doch ähnlichen — Schulalltag kennen. Ein ganz besonderer Herr taucht schließlich auch noch auf.

Apropos Aufwand: Die Musik bei den rund 50 Minuten dauernden Aufführungen kommt nicht etwa aus der Retorte. Vielmehr wird es eine Live-Band in der Aula geben. Professionell werden auch das Bühnenbild (Tanja Rauschtenberger), sowie die Licht- und Tontechnik daherkommen. Etliche Eltern betätigen sich als „Kulissenschlepper“ oder auf andere Art und Weise im Hintergrund. Die Kostüme für die Kinder hat im Übrigen noch Christophe Thouet entworfen, der jüngst plötzlich gestorben ist.

Mit Tatjana Jurakowa hat man eine erfahrene Theaterregisseurin (unter anderem Theater Jurakowa-Projekt) an Bord. Diese hat einiges zu tun, denn es wird nicht nur eine Besetzung geben, sondern gleich zwei. Es sollten nämlich so viele Schüler wie möglich die Chance haben mitzumachen.

Nun sind es knapp 80. Entsprechend verdoppelt ist dadurch jedoch der Aufwand. Dennoch: „Es bleibt wohl bis zum Schluss ein Nervenkitzel“, beschreibt Irma Wüller die Gefühlslage. Dass am Ende „Kaiser Karls Lausbuben“ (die teils natürlich auch Lausmädels sind) alles gut über die Bühne bringen, daran zweifelt sie indes nicht.

Das Musical wird öffentlich aufgeführt am Donnerstag, 1. Mai, 11 und 15 Uhr, Freitag, 2. Mai, 15 Uhr, Samstag, 3. Mai, 15 und 18 Uhr und Sonntag, 4. Mai, 15 Uhr. Eine weitere Vorstellung ist für Gäste befreundeter Schulen reserviert. Karten gibt es vor und dann wieder nach den Ferien bei der Domsingschule, Tel. 47709-115, Email domsingschule@dom.bistum-aachen.de.

(stm)
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