1. Lokales
  2. Aachen

Debatte um Radvorrangroute : Mit dem Rad über die Lintertstraße oder über eine Rampe in Richtung Altstraße

Debatte um Radvorrangroute : Mit dem Rad über die Lintertstraße oder über eine Rampe in Richtung Altstraße

Die Debatte um die Fortsetzung der Radvorrangroute über die Lintertstraße ist beendet. Der Mobilitätsausschuss beschließt einstimmig die Baumaßnahme. Kosten von 1,8 Millionen Euro.

Der Zankapfel ist vom Tisch. Lange hatten die politischen Vertreterinnen und Vertreter im Aachener Mobilitätsausschuss darum gerungen, wie das Anschlussstück der Radvorrangroute von Brand in die Innenstadt künftig auszusehen hat. Es geht um das letzte Stück vor dem Überqueren der Adenauerallee, genau genommen um die Lintertstraße selbst und deren Umgebung zwischen Schönforststraße und Außenring.

Zunächst war eine in beide Richtungen befahrbare sogenannte PBL (Protected Bike Lane) auf der Lintertstraße das Planziel vor allem der Grünen-Fraktion. Es folgte eine Reihe von Anliegerprotesten, insbesondere gegen den Wegfall von rund 60 Stellplätzen für Pkw in diesem Wohngebiet. Eine zeitlang standen sich im Ausschuss energische Verfechter der Ergebnisse des Radentscheids und oppositionelle Kräfte (CDU und FDP) gegenüber.

Dem Ausschuss gelang aber unter tätiger Mithilfe der Verwaltung nun ein durchaus aufwendiger Kompromiss: Teile der Radvorrangroute zwischen Adenauerallee und Sittarder Straße wurden als Beidrichtungsradweg in die Nebenstraßen wie Rosenweg und Auf dem Plue verlegt. Die Verbindung zur Radvorrangroute Altstraße auf der anderen Seite der Adenauerallee soll über eine Rampe zum und vom Rosenweg/Tulpenweg hergestellt werden. Die Rampe ersetzt dann die heutige Treppenanlage und schafft eine möglichst flache, drei Meter breite Verbindung zum Rosenweg.

Wegen des zu überwindenden Höhenunterschieds zwischen Adenauerallee und Rosenweg sowie den eingeschränkten Platzverhältnissen kann die Rampe nach Verwaltungsangaben nicht barrierefrei ausgeführt werden. Das Längsgefälle der Rampe wird mit zehn Prozent im unteren Abschnitt und 13 Prozent auf dem oberen Teilstück hergestellt.

Von dieser Regelung unbenommen bleibt ein alternativer Radschutzstreifen mit einer dann rot eingefärbten Oberfläche, der auf der Lintertstraße die Radfahrer führen wird. Die Radfahrer werden also, wie CDU-Vertreter Jörg Lindemann zufrieden feststellte, die Wahl haben, ob sie die auch für unsichere Zweiradlenker einfachere Strecke durch die Wohngebiete nehmen oder eben auf den Schutzstreifen an der viel befahrenen Lintertstraße wechseln.

Vor dem endgültigen Ausführungsbeschluss der 1,8 Millionen teuren Ausbaumaßnahme hatte eine Gruppe von Vertretern der Grünen, SPD, Die Zukunft und der Linken nochmalig einen in einigen Details veränderten Beschlussentwurf eingebracht. Doch auch diese Klippe schaffte der Ausschuss mit der fachlich kompetenten Hilfe der Verwaltung, Sachbearbeiterin Roland hatte auf jede Frage eine Antwort.

Kern der neuerlichen Änderungen war die Absicht der Gruppe, den „Beidrichtungsradweg zwischen Sittarder Straße und Auf dem Plue „… möglichst auf gesamter Länge auf drei Meter Breite“ aufzuweiten. Als Zukunft-Vertreter Matthias Achilles erklärte, das müsse selbst zu Lasten der dort im Wege stehenden Bäume möglich sein, ging CDU-Vertreterin Gaby Breuer unter die Decke und sagte, es sei schon ein starkes Stück, dass Achilles der Baumschutz anscheinend egal sei.

Nach einer Vermittlungspause wurde ein Kompromiss gefunden: drei Meter Breite dann, wenn kein Baum in seiner Vitalität beeinträchtigt werde. Dazu soll der Kreuzungsbereich Sittarder Straße und Fichtestraße optimiert und auch der Platzbereich Lintertstraße - Kirchstraße - Goldberg erneuert und modernisiert werden. Am Ende wurde die gesamte Baumaßnahme einstimmig beschlossen.