Aachen: Mit 127 Jahren noch viel zu jung für den Tanz auf dem Blocksberg

Aachen: Mit 127 Jahren noch viel zu jung für den Tanz auf dem Blocksberg

Ein bisschen Zauberei, der Kampf zwischen Gut und Böse und viele kleine herzerwärmende Episoden — auch heute noch kennt fast jedes Kind die Geschichte der kleinen Hexe. Ottfried Preußler, Autor vom Räuber Hotzenplotz und Krabat, schrieb diese Erzählung 1957, um seine Töchter zu beruhigen, die sich vor boshaften Hexen mit schrecklicher Zauberkraft fürchteten.

Das Stadttheater präsentiert den Kinderbuchklassiker jetzt als Familienstück und feiert damit am Freitag um 11 Uhr Premiere. Und es ist ein Debüt im doppelten Sinne, denn erstmals inszeniert Regisseurin Dora Schneider ein Stück in Aachen, ist sie doch sonst eher in Österreich und der Schweiz aktiv. „Die kleine Hexe“, gemeinsam mit der Aachener Dramaturgin Katharina Rahn in Szene gesetzt, ist ihr drittes Kinderstück.

Mit ihrem Raben Abraxas - gespielt von Robert Seiler - kämpft die kleine Hexe alias Nele Swanton um Anerkennung der großen Hexen; denn wie alle anderen würde sie zu gern beim großen Tanz auf dem Blocksberg mitfeiern, ist allerdings mit ihren 127 Jahren noch viel zu jung dafür. Also versucht sie alles, um eine vermeintlich gute Hexe zu werden. Dabei wird sie jedoch heimlich von der missgünstigen Muhme Rumpumpel beobachtet, die ihr den Platz unter den Erwachsenen nicht gönnt.

Doch wie wird man eine wirklich gute Hexe? Was ist überhaupt gut und böse? Das erfahren die Zuschauer, wenn sie sich in eine Geschichte voll Menschlichkeit, aber auch düsterer Magie entführen lassen. Dass das Stück für Kinder ab sechs Jahren trotz eindeutiger Botschaft keine moralische Lehrstunde wird, dafür haben die Regisseurinnen und Dramaturgin Mira Loos gesorgt: Schon bei den Proben seien sie „fast vor Lachen von den Stühlen gefallen“, so Katharina Rahn.

Denn es sei eine liebevolle und gleichzeitig witzige Theaterfassung, die gleichermaßen kleine wie große Zuschauer begeistern könne. Für die musikalische Untermalung sorgt Malcolm Kemp, der auch in diesem Jahr eigene Stücke zum Theaterstoff geschrieben hat.

Bei vielen Kindern seien die Familienstücke des Stadttheaters der erste Kontakt mit dem Theater, erklärt Ursula Schelhaas, Pressebeauftragte des Aachener Stadttheaters. Umso wichtiger sei es daher, den Zauber, der dem Bühnenschauspiel innewohnt, aufrecht zu erhalten, betont Loos: Deshalb gebe es keine übertriebene trickfilmartige, sondern eine eher klassisch reduzierte, aber kindgerechte Inszenierung.

Und wenn die Kinder nach der Vorführung noch nicht genug haben von der Welt der kleinen Hexe, können sie an einem Malwettbewerb teilnehmen: Die Vorlage dazu gibt es entweder auf der Homepage oder im Theater selbst. Zu gewinnen gibt es einen Nachmittag Schlittschuhlaufen mit dem Raben Abraxas und der kleinen Hexe selbst. Das Stück läuft an vielen Tagen im November und Dezember, auch für Januar und Februar sind Termine angesetzt.

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