Aachen: Misereor-Ausstellung führt Arbeitsbedingungen der Farmen vor Augen

Aachen: Misereor-Ausstellung führt Arbeitsbedingungen der Farmen vor Augen

Blumen sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte - und vor allem bewirken sie eins: Blumen schenken Freude. Der Mutter, der Oma, der Tante. Nicht jedoch den Arbeitern auf den Blumenfarmen in Kenia, Ecuador, Kolumbien, Simbabwe oder Tansania.

Landesminister Armin Laschet eröffnete am Donnerstag die Ausstellung „fair flowers - Mit Blumen für Menschenrechte” bei Misereor. Die Ausstellung soll auf die Missstände im Blumenhandel aufmerksam machen.

Sie fordert zur Auseinandersetzung mit den Unterschiedlichen Seiten und den Arbeitsbedingungen der globalen Blumenproduktion auf. „Die Zustände auf den Blumenfarmen im Süden sind oftmals unwürdig. Die Arbeiter werden schlecht bezahlt, und ihre Gesundheit ist gefährdet”, erklärte Misereor-Geschäftsführer Thomas Antkowiak und forderte faire Bedingungen im internationalen Blumenhandel. Die Arbeiter auf den Blumenfarmen haben oftmals keine Arbeitsverträge und wegen der fehlenden Schutzkleidung wird ihre Gesundheit durch die Pestizidbelastung gefährdet. „Es ist im wahren Sinne des Wortes ein giftiges Geschäft”, bestätigt Dr. Jürgen Jansen, Vorstandsmitglied des „Eine Welt Forum Aachen”.

Der Appell der Ausstellung geht nicht nur an die Politik - vor allem geht er an die Menschen. „Der Blumenhandel ist ein knallhartes Geschäft, die Profiteure sitzen, wie so oft, in den westlichen Ländern, aber die Risiken tragen die Produzenten im Süden”, betont Armin Laschet. Nicht nur eine Medaille hat zwei Seiten - auch eine Rose habe sie. Die Ausstellung berührt daher die zwei Themengebiete des Hilfswerkes Misereor: Die Menschenrechte und den fairen Handel.

In Aachen gibt es zurzeit vier Blumenläden in denen „fair flowers” erhältlich sind. Neben dem Blumenfachgeschäft „Casa Verde”, dessen Geschäftsführer Bernd Schwartz für die Blumendekoration der Ausstellung gesorgt hat, sind Blumen Cremerius, Roswithas Blumen und das Blumenhaus Steffens vom Flower-Label-Programm zertifiziert worden. Die Preise bleiben dieselben - nur stammen die Blumen aus kontrolliertem Anbau.

Die Ausstellung „fair flowers” ist noch bis zum 14. April im Foyer des Bischöflichen Hilfswerkes Misereor in der Mozartstraße 9, täglich von 9 bis 16 Uhr zu besichtigen.