Aachen: Milchautomat gesprengt: 10.000 Euro Schaden

Aachen: Milchautomat gesprengt: 10.000 Euro Schaden

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist auf dem Hof von Ingrid und Ulrich Kronenberg im Aachener Süden, zwischen Lichtenbusch und Sief, plötzlich ein lauter Knall zu hören. Die Bäuerin ist sofort hellwach. Ihr Mann beruhigt sie mit den Worten „Ist sicherlich wieder ein Unfall unten auf der Monschauer Straße. Schlaf weiter“. Hätte Ingrid Kronenberg das mal lieber nicht getan.

Geruch von Sprengstoff

Denn als die Bäuerin ihren Milchautomaten am Sonntagmorgen mit frischer Kuhmilch befüllen will, traut sie ihren Augen kaum. Die Tür der Anlage liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Feld. Die Maschine selbst ist von einer dichten schwarzen Rußschicht überzogen. Der penetrante Geruch von Sprengstoff gibt Ingrid Kronenberg den Rest. Schnell realisiert sie: Der Milchautomat wurde gesprengt.

Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Familie Kronenberg und die Polizei hoffen nun auf sachdienliche Hinweise. „Wenn jemand etwas beobachtet hat, dann soll er sich unbedingt bei uns melden (02408/2745). Uns wäre damit wirklich geholfen“, sagt Ingrid Kronenberg. Inzwischen verspricht das Ehepaar eine Belohnung von 400 Euro für denjenigen, der den entscheidenden Hinweis auf den oder die Täter gibt.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, kann aber noch nichts Genaues zum Tathergang sagen. Unklar ist auch, womit der Automat gesprengt worden ist. Den Sachschaden schätzt Ulrich Kronenberg auf rund 10.000 Euro — keine Summe, die die Familie mal so eben aufbringen kann. Dennoch will sie nicht einfach aufgeben.

Aber der Vorfall könnte bedeuten, dass der erste Aachener Milchautomat schon bald Geschichte ist. „Wir wissen nicht, ob wir weitermachen. Wir haben uns hier etwas aufgebaut, was mutwillig zerstört wurde. Das tut einfach weh, weil wir so viel Arbeit und Herzblut investiert haben“, sagt die Bäuerin.

Eine echte Herzensangelegenheit

Den Milchautomaten gibt es seit 2009. Der Verkauf von frischer Kuhmilch, direkt vom Erzeuger und ohne Zusätze oder gar genmanipuliertes Futter, ist für Familie Kronenberg eine echte Herzensangelegenheit. „Mit der innovativen Idee kamen auch die Neider“, ist sich Ingrid Kronenberg sicher. Anfangs sei nie etwas passiert. Aber in den vergangenen zwei Jahren habe es immer wieder dreiste Diebstähle und Beschädigungen gegeben. Vor dem aktuellen Anschlag zuletzt am Neujahrsmorgen.

Die Münzbox wird mehrfach am Tag geleert. Zudem schützen ein massiver Metallriegel und ein Vorhängeschloss den Automaten vor Diebstählen. Doch auf das Geld scheinen es die Täter diesmal nicht abgesehen zu haben — denn die Münzen waren noch in der Box. Ob es für Familie Kronenberg und ihren Milchautomaten nun weitergeht, ist nicht sicher. Zu jeder Tageszeit frische Kuhmilch kaufen zu können, ist dann für viele Stammkunden vielleicht schon bald Vergangenheit.