Aachen: Mies-van-der-Rohe Schule gestaltet Workshops in Bosnien

Aachen: Mies-van-der-Rohe Schule gestaltet Workshops in Bosnien

Es wird eine ganz besondere Fahrt werden, die das „rohes-theater“, die Theatergruppe der Mies-van-der-Rohe-Schule, in wenigen Tagen antreten wird. Statt in Barcelona oder in der Toskana die Seele baumeln zu lassen, fährt die Gruppe mit Theaterleiter Eckhard Debour nach Odzak in Bosnien- Herzegowina. Dort werden sie das kommende Friedenstheatertreffen „Bina Mira“, das 2014 in Aachen stattfinden wird, vorbereiten.

„Bina Mira“ bedeutet Bühne des Friedens. Debour verfolgt mit der etwas anderen Studienreise ein ganz besonderes Ziel: „In Bosnien leben drei Ethnien zusammen. Serben, Kroaten und Bosniaken, die alle unterschiedlicher Glaubensrichtung sind.

Das Schlimme: Alle sind sie verfeindet, und ein friedliches Leben ist fast unmöglich. Durch gemeinsames Theaterspielen sollen sie erleben, was es heißt, in Frieden etwas zu erschaffen.“ Dabei werden die Aachener Jugendlichen mit ihnen Theaterarbeit als Form friedensstiftender Begegnung zwischen den drei verfeindeten Ethnien vorantreiben. Integration durch Theater — ein Konzept, bei dem das Miteinander im Mittelpunkt steht.

Durch Workshops und gemeinsames Spiel sollen Barrieren abgebaut und erkannt werden, dass verschiedene Glaubensrichtungen keinesfalls ein Hindernis für zusammen gestaltete Theaterproduktionen sind. Von eventuellen sprachlichen Problemen lassen sich die Schüler nicht entmutigen. Auf Englisch werden sie sich schon verständigen.

Vom 19. bis 26. September, genau über den Weltfriedenstag am 21. September, wird die Gruppe das Land und Leben kennenlernen. Doch hinter der Aktion rund um „Bina Mira“ steckt noch mehr. Im nächsten Jahr, 100 Jahre nach dem Asubruch des ersten Weltkrieges, wird das Fest in der Grenzstadt Aachen stattfinden.

Das „rohes-theater“ steckt deshalb auch schon fleißig in der heißen Phase der Themenfindung für seine nächste Schulproduktion. Sicher ist, dass der erste Weltkrieg thematisiert wird, aber wie genau, das bleibt natürlich noch geheim.

Mehr von Aachener Zeitung