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Keine kostenlosen Bürgertests: Michael Ziemons spricht von „grandioser Fehlentscheidung“

Keine kostenlosen Bürgertests : Michael Ziemons spricht von „grandioser Fehlentscheidung“

Ab Juli sollen Corona-Schnelltests für die meisten Menschen kostenpflichtig sein. Der Gesundheitsdezernent der Städteregion, Michael Ziemons, hält das für einen Fehler.

Mit deutlichen Worten hat Michael Ziemons, Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, die neuen Regelungen für Corona-Schnelltests kritisiert. Dass diese ab Juli für die meisten Menschen kostenpflichtig sein sollen, hält er für eine „grandiose Fehlentscheidung“.

Ich finde das in der jetzigen anrollenden Welle falsch und auch sozial unausgewogen!“, konstatierte Ziemons am Wochenende in einem Facebook-Post.

Wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag ankündigte, sollen die bislang kostenlosen Coronavirus-Schnelltests Ende des Monats auslaufen. Ab Juli soll ein Test drei Euro kosten. Nur für vulnerable Gruppen seien die Testungen weiter umsonst. Hintergrund für diese Entscheidung sei die angespannte Haushaltslage. Das derzeitige Testkonzept der Bundesregierung koste den Bund durchschnittlich eine Milliarde Euro im Monat, so Lauterbach.

 Michael Ziemons, Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, kritisiert die neue Teststrategie des Bundes.
Michael Ziemons, Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, kritisiert die neue Teststrategie des Bundes. Foto: Heike Lachmann

Michael Ziemons geht davon aus, dass sich künftig weniger Menschen testen lassen werden. „Schon kleine Beträge summieren sich“, schreibt er.Wenn die fünfköpfige Familie privat die Großeltern besuchen will, wird das schon teuer.“ Die Folgekosten für die zusätzlichen und teilweise vermeidbaren Ansteckungen werden nach Einschätzung des Gesundheitsdezernenten für den Staat „viel teurer“ sein.

Ob diese Entscheidung wirklich zu halten ist, wenn nach den Sommerferien die Zahlen explodieren, darf bezweifelt werden“, schreibt Ziemons.