Mehr Übersicht an der Autobahn und langsameres Fahren an Kreuzungen

Verkehrsunfälle in Aachen : Unfallkommission will Tempo rausnehmen

Weniger Tempo an der Bismarckstraße und mehr Übersichtlichkeit an einer Autobahnauffahrt: Das sind Vorschläge der Unfallkommission, die jetzt im Aachener Mobilitätsausschuss vorgestellt wurden.

Sieben Verkehrsunfälle hat es im vergangenen Jahr allein im Bereich der Autobahnauffahrt zur A 544 am Prager Ring gegeben, heißt es im Bericht der Unfallkommission. So wurden bei einem Unfall am 8. Juli zwei Verkehrsteilnehmer verletzt, bei einem weiteren am 13. Oktober sogar sieben, eine Frau sogar schwer. Gescheppert hat es in diesen Fällen zwischen Linksabbiegern in Richtung Autobahn und dem Geradeausverkehr in Richtung Prager Ring. Um solche Unfälle in Zukunft zu verhindern, hat die Kommission angeregt, einen zusätzlichen Rechtsabbieger vom Berliner Ring auf die A544 einzurichten, um den Geradeausverkehr in Richtung Prager Ring zu entzerren. Dazu müsste der Grünstreifen am Fahrbahnrand eventuell miteinbezogen werden. Eine Absperrschranke, die am Ende der Linksabbiegespur steht, soll niedriger werden, damit man den Gegenverkehr an der Stelle besser sehen kann. Darüber hinaus soll die Stadtverwaltung an dieser Stelle noch einmal eine Verkehrszählung vornehmen.

Ein weiterer Knotenpunkt, der die Unfallkommission beschäftigt hat, ist der Kreuzungsbereich Viktoriaallee/Bismarckstraße im Frankenberger Viertel. Dort gab es im vergangenen Jahr vier Unfälle, die darauf zurückzuführen sind, dass sich Autorfahrer nicht an die dort geltende Rechts-vor-Links-Vorfahrtsregelung gehalten haben. Zwar soll sich Verkehrssituation durch die Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Bismarckstraße ohnehin ändern. Da das aber „noch einige Jahre“ dauern kann, soll die Verwaltung auch kurzfristige Maßnahmen in die Wege leiten, beziehungsweise überprüfen, ob so etwas machbar ist. So sollen die Parkplätze entlang der Bismarckstraße in der Nähe der Kreuzung nicht mehr halb auf dem Bürgersteig liegen („aufgeschultert“), sondern komplett am Fahrbahnrand. Durch die schmalere Fahrbahn hofft man die Autofahrer zum langsameren Fahren bewegen zu können. Um ein Schneiden der Fahrbahn auf der Kreuzung zu erschweren, soll die Verwaltung prüfen, ob eine Mittelinsel eingerichtet werden kann – zumindest so lange, bis die Fahrradstraße fertig ist.

Beim Linksabbiegen auf die Autobahn am Prager Ring kommt es immer wieder zu Unfällen. Könnte eine weitere Fahrspur Abhilfe schaffen? Das soll nun geprüft werden. Foto: ZVA/Harald Krömer

Auch an Stellen, an denen vergleichsweise wenig Unfälle passieren, will die Unfallkommission nachbessern, beispielsweise an der Kreuzung Hohenstaufenallee/Limburger Straße. Weil sich dort zwei Unfälle während der Nachtabschaltung der dortigen Ampel ereignet haben, läuft die Ampelanlage wieder 24 Stunden am Tag.

In der Umfallkommission sitzen Mitarbeiter des Straßenverkehrsamts, vom Landesbetrieb Straßen.NRW, der Polizei und beispielsweise auch der Aseag. Sie analysieren regelmäßig die Unfälle des vergangenen Jahres und erarbeiten Empfehlungen, wie Unfallschwerpunkte oder kritische Stellen in der Stadt entschärft werden können.