Aachen: Mehr Schutz für Fußgänger in Burtscheid durch neuen Zebrastreifen

Aachen : Mehr Schutz für Fußgänger in Burtscheid durch neuen Zebrastreifen

Wie können die Fußgänger im verkehrsreichen Zentrum Burtscheids besser geschützt werden? Mit dieser Frage befasste sich die Politik jetzt in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte. Und dabei gab es nicht nur großen Diskussionsbedarf wegen der Überlegungen zu einem neuen Zebrastreifen auf der Kapellenstraße. Auch Beschwerden von Passanten über die Situation in der Fußgängerzone wurden angesprochen.

Die Planungen für einen neuen Zebrastreifen laufen bereits seit 2012. Ursprünglich war ein Fußgängerüberweg unterhalb der Einmündung Malmedyer Straße geplant. Außerdem war auf der Kapellenstraße eine Fußgängerinsel vorgesehen. Doch die Bezirksvertreter stellten fest, dass sich die Publikumsströme seit 2012 sehr verändert hätten. Durch ein neues Parkcafé am Rande des Ferberparkes kurz oberhalb der benannten Einmündung und durch ein hoch frequentiertes Spielgelände im Park hätten sich die Querungen der Kapellenstraße verlagert.

Die Verwaltung und auch die Aseag stehen dieser Idee einer zusätzlichen Querungshilfe, die die große Koalition aus CDU und SPD beantragt hatte, allerdings skeptisch bis ablehnend gegenüber. Zwar sei ein weiterer Überweg dort aufgrund der vorhandenen Passantenzahlen und -ströme „grundsätzlich möglich“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Doch wird dort auch auf den bereits bestehenden benachbarten Zebrastreifen an der Einmündung Viehhofstraße und die Fußgängerampel an der Einmündung Heißbergstraße verwiesen.

Außerdem liegen zwischen diesen beiden Querungen noch die Haltestellen „Burtscheid“ und „Heißberg“, weswegen die Aseag durch einen weiteren Zebrastreifen „zusätzliche Fahrtzeitverzögerungen“ befürchtet. Deshalb und wegen der damit verbundenen „Beeinträchtigungen des Kfz-Verkehrs im Allgemeinen“ hatte die Verwaltung in der Vorlage empfohlen, auf eine weitere Querung der Kapellenstraße zu verzichten. Gleichwohl will die Politik an der Idee festhalten. Die Bezirksvertreter beauftragten allerdings die Verwaltung, aufgrund der geänderten Fußgängerströme zu prüfen, ob nicht ein Zebrastreifen oberhalb der Einmündung Malmedyer Straße sinnvoller sei.

Die Fraktion der Grünen hatte außerdem vor kurzem einen Ratsantrag eingebracht, anstelle eines weiteren Übergangs die Kapellenstraße zwischen der Viehhofstraße und der Einmündung Malmedyer Straße komplett zum „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ zu erklären, in dem nur noch Tempo 20 gelten soll. So könne Fußgängern im gesamten Bereich das Queren der Kapellenstraße einfacher und sicherer ermöglicht werden, begründen die Grünen ihren Vorschlag.

Ärger in der Fußgängerzone

Viele Nutzer der Fußgängerzone Burtscheid hatten zuletzt außerdem den ständigen Lieferverkehr, die zahlreichen Fahrradfahrer und die vielen Parkverstöße beanstandet. Es werde zu wenig getan, um die Einhaltung der Nutzungsregeln in der verkehrsfreien Zone zu überprüfen, wurde moniert. Nun sollen Piktogramme auf der Fahrbahn und verstärkte Kontrollen die zum Teil gefährliche Situation entschärfen. Die Bezirksvertreter mahnten eine schnelle Umsetzung der Beschlüsse an.

Ein weiteres heißes Eisen war die Errichtung einer Fernbushaltestelle, die unweit des Westbahnhofes an der Kühlwetterstraße vorgesehen ist. Zu der Haltestelle gehören notwendig ein Wartehäuschen und eine automatische Toilettenanlage. Einigen Ratsmitgliedern war die Haltestelle zu weit vom Westbahnhof entfernt. Außerdem hätten sich schon einige Anwohner gegen die zu erwartende Lärmbelästigung gewehrt, hieß es.

Ein Vorschlag, die Haltestelle an die Henricistraße zu verlegen, scheiterte daran, dass diese Straße viel zu eng sei um eine Haltestelle ohne gravierende Verkehrsbehinderungen einzurichten. Außerdem sei der Standort noch weiter vom Westbahnhof entfernt. Letztlich wird nun die Verwaltung aufgefordert, neben dem bisher geplanten Standort auf dem Stawag-Gelände auch einen Standort auf der Süsterfeldstraße nahe dem Republikplatz zu prüfen.

Seit einigen Jahren richtet die Stadt in Ortsteilen Quartiersmanagements ein. Diese Stellen sollen helfen, die städtischen, kirchlichen und andere freie Träger zu vernetzen, die in den jeweiligen Ortsteilen die Belange der Bürger im Blick haben. Auf dem Kronenberg wird nun zusätzlich eine halbe Stelle eingerichtet, um das Management zu optimieren. Hier geht es besonders um Kinder- und Altersarmut und viele einsame alleinstehende Senioren. Eine weitere halbe Stelle ist für den Bereich Gut Kullen geplant.

Mehr von Aachener Zeitung