Aachen: Mehr Poller, weniger Parkplätze

Aachen: Mehr Poller, weniger Parkplätze

Ein Stadtrundgang mit Ernst-Rudolf Kühn ist so ziemlich genau das Gegenteil von einem Stadtrundgang im üblichen Sinne. Denn wenn Kühn, Ratsherr der CDU, durch seinen Wahlbezirk Zentrum/Markt führt, dann zeigt er nicht auf Sehenswürdigkeiten, sondern auf Dinge, die dem Stadtbild weniger zuträglich sind.

Dabei hat er noch nicht mal selbst an jeder Ecke etwas zu meckern. Kühn trägt die Kritik vor, die ihm von den Bürgern schriftlich mitgeteilt wurde. „Ihre Meinung ist uns wichtig” heißt die Aktion, bei der mindestens alle 15 Monate etwa 2000 Fragebögen in den Briefkästen der Anwohner im Wahlbezirk landen. Und die Resonanz war auch bei der fünften Auflage bemerkenswert groß.

Groß scheint auch die Versuchung für Autofahrer von der Peterstraße über die Fußgängerzone Dahmengraben das Parkhaus Büchel auf dem kürzesten Wege zu erreichen. Das Problem ist schon länger bekannt. Deswegen wurde im Verkehrsausschuss bereits beschlossen, den Dahmengraben hin zur Peterstraße abzupollern. Als „optimale Lösung” schweben Kühn absenkbare Poller vor, schließlich muss die Geschäftsmeile für Lieferanten erreichbar bleiben. Aber nicht zu jeder Zeit. „Die Ladezeiten werden hier von den Firmen gar nicht eingehalten”, sagt der CDU-Mann.

Weitere Poller sollen auch zwischen Dahmengraben und Komphausbadstraße installiert werden. Denn nach der Sanierung der Fußgängerzone seien Schaukästen und Blumenkübel an dieser Stelle weggefallen, und „da bietet es sich ja an, hier durchzufahren”, so Kühn. Generell hätten Holz- und Dahmengraben durch die Arbeiten eine Aufwertung erfahren. Einzig an Entsorgungsmöglichkeiten mangele es noch. Nur einen Papierkorb hat Kühn auf der Flaniermeile gezählt, „und wenn man eine Taschentuch über 400 Meter in der Hand tragen muss, dann kann es passieren, dass das schon mal aus der Hand fällt.”

Den Bürgervorschlag, auf der Komphausbadstraße die Parkplätze zu reduzieren und „da mal ein Bäumchen hinzusetzen”, trifft beim Rastherrn auf offene Ohren: „Da bekommen wir hier einen ganz anderen Branchenmix.” Genug Bäumchen gebe es dagegen ja schon auf dem Alexianergraben. Einen richtigen Alleencharakter könne die Straße haben, wenn nicht auch dort so viele (Schräg-) Parkplätze Flaneuren den Weg erschwerten. Von denen könnten am Alexianergraben ruhig „12 bis 15” wegfallen, sagt Kühn.

Kritik erntet auch das rückseitige Erscheinungsbild des Verwaltungsgebäudes Katschhof. „Seit Jahr und Tag” bestimme dort laut Kühn ein wenig ansprechender Mix aus Sperrholz und Metallzäunen die Optik. Die sei übrigens auch am Augustinerplatz verbesserungswürdig, grundsätzlich ja ein Platz mit Potenzial. „Der muss aber anders ausgeleuchtet werden”, sagt Kühn.